Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: 24 Briten möglicherweise von Ärzten infiziert

30. Oktober 2002, 16:33
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Patienten wurden mit nicht sterilen Instrumenten behandelt

London - In einem britischen Krankenhaus haben sich möglicherweise 24 Patienten mit der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit infiziert, weil sie mit nicht sterilen Instrumenten behandelt worden sind. Die Patienten sind vom General Hospital der nordenglischen Stadt Middlesbrough bereits informiert worden.

Die Ärzte hatten mit den Instrumenten zuvor eine Frau operiert, bei der drei Wochen später die sporadische Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) festgestellt wurde. Ohne ausreichende Sterilisierung zum Abtöten möglicher Erreger wurden die Geräte in der Zwischenzeit für die Entnahme von Gehirnzellen bei anderen Patienten verwendet.

"Entsetzlicher Vorfall"

Das britische Gesundheitsministerium sprach am Mittwoch von einem "entsetzlichen Vorfall". Der Direktor der staatlichen Krankenhäuser in der Region Middlesbrough, Paul Lawler, sagte, das Risiko für die 24 Patienten, ebenfalls an CJK zu erkranken, sei "außerordentlich gering", aber "vorhanden". Er verteidigte das Krankenhaus-Personal: Zu dem Zeitpunkt, als die Instrumente wiederverwendet worden seien, habe man noch nicht gewusst, dass sich die Frau mit der gefürchteten Krankheit infiziert hatte.

Das Gesundheitsministerium widersprach und kritisierte, die Instrumente hätten sofort außer Gebrauch genommen werden müssen. Da die unheilbare Hirnkrankheit nur sehr schwer zu diagnostizieren ist und noch zwanzig Jahre nach der Infizierung ausbrechen kann, müssen die Betroffenen nun wahrscheinlich für den Rest ihres Lebens mit der Ungewissheit leben, dass sie möglicherweise angesteckt worden sind. (APA)

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