Nicaragua: Präsident Bolanos im Fadenkreuz der Korruptionsermittler

30. Oktober 2002, 09:02
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Wegen Verdacht der illegalen Wahlkampffinanzierung

Managua - Nicaraguas Präsident Enrique Bolanos, der seit seinem Amtsantritt im Jänner einen für sein Land beispiellosen Feldzug gegen die Korruption führt, ist jetzt selber Ziel eines Ermittlungsverfahrens. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Managua mitteilte, besteht gegen Bolanos der Verdacht der illegalen Wahlkampffinanzierung.

Bolanos war am 4. November 2001 zum Nachfolger seines Parteifreundes Arnoldo Aleman gewählt worden, dem er zuvor als Vizepräsident gedient hatte. Nach dem Regierungswechsel im Jänner leitete die Justiz mit Bolanos' Rückendeckung verschiedene Verfahren gegen Aleman, einige seiner engsten früheren Mitarbeiter und verschiedene Verwandte des Ex-Präsidenten ein. Einige wurden bereits zu Gefängnisstrafen verurteilt, Aleman schützte bisher nur seine parlamentarische Immunität vor Strafverfolgung.

Aleman wird vorgeworfen, Staatsgelder in Höhe von bis zu 100 Millionen US-Dollar (101,8 Mill. Euro) veruntreut zu haben. Ein Teil dieser Gelder soll aber zur Finanzierung von Bolanos' Wahlkampf verwendet worden sein. Sollte dieser Vorwurf zutreffen, droht Bolanos im schlimmsten Fall die Amtsenthebung. (APA/dpa)

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    Präsident Enrique Bolanos, der seit seinem Amtsantritt einen beispiellosen Feldzug gegen die Korruption führt, ist jetzt selber Ziel eines Ermittlungsverfahrens.

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