Gusenbauer kündigt weitere Kandidaten an

29. Oktober 2002, 23:44
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SPÖ-"Kabinett des Lichts" könnte noch wachsen - Burgstaller: "Ich brauche nicht in Opposition gehen"

Wien - SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer stellte Dienstag Abend im ORF-TV-Magazin "Report" weitere Kandidaten für sein "Kabinett des Lichts" in Aussicht, das bisher den ORF-Journalisten und Unternehmer Josef Broukal, den Spitzendiplomaten Wolfgang Petritsch und die bisherige evangelische Superintendentin des Burgenlands, Gertraud Knoll, umfasst. "Es wird so sein, dass ich für jene Bereiche, die ich für wichtig erachte, Persönlichkeiten vorstellen werde", so Gusenbauer. Diese könnten Regierungsverantwortung übernehmen - aber auch Verantwortung in einer anderen Form.

Die Salzburger SP-Chefin und Stellvertreterin Gusenbauers auf Bundes-Ebene, Gabi Burgstaller, stellt sich nun 100-prozentig hinter den SPÖ-Vorsitzenden. War in der Vergangenheit ihrerseits immer wieder Kritik am Bundes-Kurs zu hören, kommt nun ein ganz klares Back-Up. Im "Report"-Interview meint sie etwa, man beschäftige sich derzeit nicht mit Ministerlisten, sondern "es geht darum, für bestimmte Inhalte Personen zu präsentieren". Petritsch habe eine klare außenpolitische Linie, etwa in Sachen Nato-Beitritt, den er klar ablehne, Broukal "steht für einen neuen Zugang zur Wirtschaftspolitik", Knoll soll für "sozialen Zusammenhalt" stehen.

Knoll selbst, die von Gusenbauer als eine mögliche Staatssekretärin im Sozialressort vorgestellt wurde, sagte im "Report" auf die Frage, ob sie nicht lieber gleich Sozialministerin werden wolle: nein, ihr gehe es "um neue soziale Fragen". "Aktive Armutsbekämpfung soll wirklich in einer eigenen Abteilung bearbeitet werden", so Knoll.

Als Wahlziel unterstrich Burgstaller einmal mehr, Erster zu werden und die schwarz-blaue Mehrheit zu brechen. Auf die Frage, was die SPÖ angesichts der Ansage Gusenbauers, nur in die Regierung zu gehen, wenn man Erster werde, mache, wenn dies nicht gelinge, antwortet Burgstaller: "Ich bin der Meinung, dass die SPÖ Erster wird." Und Gusenbauer bekräftigt: "Wenn wir nicht gewinnen, müssen wir das Votum der Wähler zur Kenntnis nehmen." Ob man dann sicher in Opposition gehe? "Ich brauche nicht in Opposition gehen, ich war jetzt schon zweieinhalb Jahre dort."

Broukal "gefällt die Oppositionsansage" jedenfalls "sehr gut". Das sei nichts Unanständiges, sondern "halt das Bohren harter Bretter". Und die würde man dann eben bohren, so Broukal kämpferisch.

Petritsch hielt im "Report" fest, er warne davor, von einer "g'mahten Wies'n" auszugehen. Er selbst würde auf Grund seiner bisherigen Erfahrung als Außenminister in Frage kommen, dem müsse aber nicht so sein, so Petritsch. Er sieht sich übrigens auch nicht als "geborener und versierter Wahlkämpfer", sondern versuche eher, die Sachthemen in den Vordergrund zu stellen, "und hoffe, dass das als mein Wahlkampf genommen wird". (APA)

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