Wiener Linien: Kein Verständnis für gedopete Lenker

29. Oktober 2002, 20:00
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Grünen-Gesundheitssprecherin kritisiert Harntests bei Mitarbeitern

Wien - Auf den ersten Blick wirkt der Aushang unproblematisch. Die Wiener Linien, teilte die Geschäftsführung den Mitarbeitern im April per Rundschreiben mit, hätten kein Verständnis für Lenker, die durch Alkohol oder Drogen beeinträchtigt sind. Man werde mit "stichprobenartigen Kontrollen" die Einhaltung der Verfügung prüfen.

Das, gibt auch Susanne Jerusalem zu, klingt vernünftig. Schließlich, betont die Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen, wolle auch sie "in keinster Weise" angetrunkenen oder zugedröhnten Bus-und Straßenbahnfahrern das Wort reden. Aber? Kein aber. Obwohl die Sache doch einen Haken hat.

Hat er halt an einem Joint gezogen

Denn bei den Wiener Linien wird dieser Tage entschieden, was mit Herrn X. geschehen soll. Bei ihm wurden bei einem Harntest Spuren von THC entdeckt: Irgendwann wird X. an einem Joint gezogen haben. Damit hat er das Vertrauen seines Arbeitgebers verspielt. Der Harntest, so Jerusalem, sage nichts über X.' Bedröhnung zur Testzeit aus. Bei Alkohol dauern Beeinträchtigung und Blutalkoholwert gleich lange an, THC ist über Wochen messbar.

Bei "Auffälligkeiten", erklärte Johann Ehrengruber, Sprecher der Wiener Linien, würden vom Arzt Tests durchgeführt: "Sonst müssten wir uns nach einem Unfall fragen lassen, ob wir nicht kontrollieren." (rott/DER STANDARD, Printausgabe, 30.10.2002)

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