Verbund beteiligt sich an master-talk

30. Oktober 2002, 14:49
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Aufbau des Behördenfunknetz Adonis geht weiter

Wien - Die von Siemens und den Wiener Stadtwerken gegründete master-talk, ein Konsortium, das im Juli den 280 Mill. Euro-Auftrag für die Errichtung des neuen bundesweiten Behördenfunknetzes Adonis erhalten hat, ist nach dem Einstieg der Raiffeisen Zentralbank (RZB) nun um noch einen weiteren Eigentümer reicher. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteiltet, hat sich auch der Verbund am Sicherheitsfunknetz-Betreiber beteiligt. Weitere Partner werden noch gesucht.

Nach den jüngsten Eigentumsveränderung hält die Raiffeisen Zentralbank nun 25,1 Prozent an master-talk, der Verbund 10 Prozent sowie die Siemens AG Österreich und die Wiener Stadtwerke gemeinsam rund 40 Prozent. Für die übrigen 25 Prozent würden mit potenziellen Interessenten bereits Gespräche geführt, so master-talk in einer Pressemitteilung.

"Ein starkes Infrastrukturprojekt benötigt starke Partner", meinte der erst Anfang der Woche ernannte Geschäftsführer des Joint Ventures, Hansjörg Tengg. Er hofft durch den Einstieg von RZB und Verbund neue Kunden für das Sicherheitsfunknetz zu akquirieren.

Die erste Ausbaustufe will master-talk bis März 2003 in Betrieb nehmen. Künftig sollen Sicherheitsorganisationen, wie Polizei, Gendarmerie und Feuerwehr, über das neue Netz im Einsatzfall effizienter miteinander kommunizieren können. master-talk will daneben außerdem auch noch weitere Blaulichtorganisationen aus den Bundesländern auf das Netz bringen. "Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes des österreichweiten Bündelfunknetzes Adonis hat die Anzahl der Anwender eine besondere Bedeutung", betont das Unternehmen.

Parallel dazu plant das Joint Venture auch die Errichtung eines kommerziellen Tetra-Funknetzes, etwa für Verkehrsbetriebe oder Transporteure. Derzeit betreibt master-talk ein solches kommerzielles Netz bereits in Wien und Umgebung. Bei der Telekomregulierungsbehörde RTR habe man nun um eine österreichweite kommerzielle Lizenz angesucht, sagte Unternehmenssprecherin Ingrid Haas am Mittwoch zur APA.

Die RTR hat den Antrag vorerst abgelehnt, weil master-talk statt dem verlangten Mindestgebot von 3,5 Mill. Euro nur 350.000 Euro zahlen wollte. Endgültig entschieden ist laut Haas aber noch nichts. Der Regulator habe master-talk aufgefordert, den dem Angebot zu Grunde liegenden Business-Plan vorzulegen. Dem werde man nachkommen, danach werde neu entschieden, so Haas.

Der Bau des Behördenfunknetz Adonis bleibt davon jedenfalls unbeeinflusst. Die österreichweite Frequenz, die Adonis brauche, sei dem Innenministerium und damit in weiterer Folge master-talk vom Verkehrsministerium bereits zur Verfügung gestellt worden, betonte Haas.

Der Projektleiter von Adonis im Innenministerium, Manfred Blaha, hatte gestern Dienstag, Abend gegenüber der APA einen "Presse"-Bericht, wonach das Behördenfunknetz Adonis bereits vor der Fertigstellung zusammenbreche, weil die Telekom-Control-Kommission (TKK) dem Betreiber Master-talk die notwendige österreichweite Frequenz verweigere, als "inhaltlich nicht richtig" bezeichnet. Die österreichweite Frequenz, die Adonis brauche, sei dem Innenministerium vom Verkehrsministerium bereits zur Verfügung gestellt worden. Worum es bei der nunmehrigen Entscheidung der Telekom Control gehe, sei eine zusätzliche von Master-talk angeforderte österreichweite Frequenz, die - unabhängig von Adonis - kommerziell genutzt werden soll. In Frage kämen etwa Transport- und Zustelldienste wie beispielsweise Pizza-Hauszustellungen. (APA)

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