AOL Time Warner denkt an Scheidung

29. Oktober 2002, 18:50
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Chairman Steve Case soll aus Frustration heftige Kritik geübt haben

Es war der Höhepunkt der New-Economy-Blüte, als der Internetprovider America Online (AOL) den Medienriesen Time Warner um Aktien im Wert von rund 104 Mrd. Dollar aufkaufte und durch die Umbenennung in AOL Time Warner seinen Stempel aufdrückte.

Ein spektakulärer Scheidungsfall

Jetzt könnte es ein spektakulärer Scheidungsfall werden: AOL Time Warner Chairman Steve Case, der AOL aufgebaut und die Fusion eingefädelt hatte, soll aus Frustration über die heftige Kritik des Time-Warner-Flügels an den schlechten Ergebnissen der AOL-Abteilung intern laut über eine Scheidung in Form eines "Spinoff" von AOL aus dem Konzern nachdenken - so laut, dass es dem Wall Street Journal zu Ohren kam.

"Weder Pläne noch eine ernsthafte Diskussion"

Case wollte seine Bemerkungen offiziell nicht bestätigen, während ein Unternehmenssprecher erklärte, dass es dazu "weder Pläne noch eine ernsthafte Diskussion" gäbe, und AOL Time Warner CEO Richard Parson hat wiederholt seine gegenteiligen Absichten versichert. Als hauptsächlicher Befürworter einer Trennung gilt CNN-Gründer und AOL Time Warner Vizepräsident Ted Turner, der aufgrund der schlechten Ergebnisse des Konzerns Milliarden verloren hat. (spu/Der Standard, Printausgabe vom 30.10.2002)

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