Die Problematik der Umsetzbarkeit

30. Oktober 2002, 13:12
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Im Jahr nach dem Tod von Régine Cavagnoud ist der Skisport nicht sicherer geworden

München - Vor einem Jahr hat der Tod von Régine Cavagnoud den Skisport erschüttert. Wer nun glaubt, der fatale Zusammenstoß der Super-G-Weltmeisterin aus Frankreich mit dem deutschen Trainer Markus Anwander hätte für mehr Sicherheit gesorgt, liegt indes einem Irrtum auf. "Es ist viel diskutiert worden. Die Bedingungen haben sich aber nicht verändert", sagt Walter Vogel, der deutsche Alpin-Sportchef. Nach wie vor herrscht gerade beim Training auf den Gletschern offenbar großes Gedränge.

Cavagnoud war am 29. Oktober 2001 auf einer Piste im Pitztal mit Anwander zusammengeprallt und zwei Tage später in der Uni-Klinik Innsbruck ihren Verletzungen erlegen. Anwander überlebte mit schweren Kopf- und Rückenblessuren und übernahm erst Monate später wieder die Betreuung des DSV-Europacupteams. Der 41-Jährige gesteht, die Strecken jetzt sehr genau zu inspizieren. Viele andere sind zur Tagesordnung übergegangen. Auch eine nach dem Unfall geforderte gemeinsame Funkfrequenz der an einer Trainingseinheit beteiligten Teams ist kein Thema mehr. "Das ist vom Tisch. Die Umsetzbarkeit wäre wohl problematisch gewesen", erklärte Vogel.

Die FIS ist nur für die Sicherheit bei den Rennen zuständig. Sie wurde nach dem Unfall des seither querschnittgelähmten Schweizers Silvano Beltrametti im Dezember 2001 in Val d'Isère aktiv. "Jede Strecke wird individuell geprüft und eventuell mit neuen Auflagen versehen", sagte FIS-Sprecherin Sonja Reichen. "Absolute Sicherheit kann aber niemand garantieren." (APA, red)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 30.10. 2002)
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    Nach dem Tod von Regine Cavagnoud trug der Skisport Trauer

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