Belgrad: Militärstaatsanwaltschaft über Waffenaffäre uninformiert

29. Oktober 2002, 18:12
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Unklarheit über Zuständigkeit: Verschiedene Untersuchungsgremien arbeiten parallel

Belgrad - Die oberste Militärstaatsanwaltschaft Jugoslawiens besitzt keine ausreichenden Informationen über die mutmaßliche Verletzung des Waffenembargos gegen den Irak seitens der Belgrader Außenhandelsfirma "Jugoimport". Das erklärte Oberst Nikola Petkovic am Dienstag in Belgrad. Nach den Worten von Petkovic war unächst auch noch immer nicht klar, ob die Affäre in die Zuständigkeit der Zivil- oder der Militärjustiz falle.

Verschiedene Untersuchungsgruppen

Die Internationale Friedenstrupp in Bosnien SFOR hatte am 12. Oktober eine Durchsuchung im bosnisch-serbischen Betrieb "Orao" in Bijeljina vorgenommmen und dabei Dokumente sichergestellt, die auf die Verletzung des Waffenembargos seitens der bosnischen wie auch der Belgrader Firma hindeuteten.

Die Waffenaffäre wird inzwischen sowohl vom serbischen Innenministerium wie auch einer Sonderkommission der Bundesepublik Jugoslawien untersucht. Eine weitere Kommission der Bundesregierung soll gemäß einem Beschluss der Staatsführung vom Montagabend nun die gesamten Waffengeschäfte jugoslawischer Firmen unter die Lupe nehmen.

12-19 Firmen in Serbien beschäftigten sich mit Waffengeschäften

Die Belgrader Wochenzeitschrift "Reporter" berichtete am Dienstag, dass die Firma "Jugoimport", die in Ex-Jugoslawien als Bundesdirektion für Waffengeschäfte (SDPR) unter Militärkontrolle tätig war, als logistisches Zentrum für private Waffenhändler nicht nur aus der Bundesrepublik Jugoslawien, sondern des gesamten Raums Ex-Jugoslawiens wirken konnte. Der Zeitschrift zufolge gibt es alleine in Serbien zwischen 12 und 19 Firmen, die sich mit der Militärausrüstung und Waffengeschäften befassen.

Mitglieder des Verwaltungsausschußes von "Jugoimport" sind sowohl der serbische wie auch der jugoslawische Innenminister, Dusan Mihajlovic und Zoran Zivkovic. Beide haben bestritten, irgendwelche Informationen über die verdächtige Waffengeschäfte zu haben. (APA)

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