Neuer russischer Sicherheitsplan angekündigt

29. Oktober 2002, 17:27
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Moskau will aufgrund "wachsender terroristische Bedrohung" verstärkt Armee einsetzen

Moskau - Drei Tage nach der gewaltsamen Beendigung des Moskauer Geiseldramas hat die russische Regierung einen neuen nationalen Sicherheitsplan angekündigt, der den verstärkten Einsatz der Armee vorsieht. Verteidigungsminister Sergej Iwanow begründete den Schritt am Dienstag mit einer "wachsenden terroristischen Bedrohung für Russland". Iwanow sagte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, Russland stehe einer wachsenden Bedrohung durch "Anschläge von Terroristen, deren Komplizen und finanziellen Unterstützern" gegenüber.

Könnte verstärkten Einsatz von Elite-Einheiten bedeuten

Präsident Wladimir Putin habe die Sicherheitsbehörden mit der Ausarbeitung der neuen Sicherheitsstrategie beauftragt. Der Plan sieht Iwanow zufolge den verstärkten Einsatz der Streitkräfte gegen Extremisten vor. Beoachtern zufolge könnte dies den verstärkten Einsatz von Elite-Einheiten ähnlich dem US-Einsatz in Afghanistan bedeuten. Bereits am Montag hatte Putin ein kompromissloses Vorgehen und "angemessene Maßnahmen" gegen "Terroristen" angekündigt.

Inlandsgeheimdienstchef: "Rasche Ausschaltung"

Der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB sagte Interfax, der Sicherheitsplan werde insbesondere auf Tschetschenien angewandt. "Je rascher Führer illegaler Milizen und Terroristen ausgeschaltet" würden, desto eher werde die Lage in der südrussischen Republik sich normalisieren. Der russische Innenminister Boris Gryslow kündigte für November die Bildung eines Innenministeriums für die Kaukasusrepublik an.

Sprengstoff bei Verdächtigem sichergestellt

Die russische Polizei nahm im Zusammenhang mit dem Geiseldrama inzwischen dutzende Menschen fest. Bei Razzien der Armee in Tschetschenien wurden nach russischen Angaben hunderte Menschen festgenommen. In der von Russland abtrünnigen Kaukasusrepublik schossen Rebellen einen russischen Militärhubschrauber ab. Nach Angaben der Moskauer Staatsanwaltschaft wurden bei einigen der festgenommenen Verdächtigen Spuren von Sprengstoff gefunden. Die Staatsanwaltschaft wies Berichte zurück, wonach auch ein Polizist unter den Festgenommenen sei. Nach Angaben der russischen Agentur ITAR-TASS wurden bei Razzien der Armee im Zentrum und im Osten Tschetscheniens mehrere hundert Menschen festgenommen. (APA)

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