USA: Der Pessimismus hält an

29. Oktober 2002, 18:27
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US-Verbrauchervertrauen auf niedrigstem Stand seit November 1993

Washington - Das Vertrauen der US-Verbraucher ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit fast neun Jahren gefallen. Wie das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board am Dienstag in Washington mitteilte, sank der von ihm erhobene Index um 14,3 Punkte auf nur noch 79,4 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit November 1993. Conference Board ermittelt seine Werte aufgrund der Befragung von 5000 repräsentativen US-Privathaushalten.

Im September hatte der US-Verbraucherindex noch bei 93,7 Punkten gelegen. Mit dem Sturz unter die Marke von 80 Punkten wurden die Befürchtungen von Experten weit übertroffen. Analysten hatten meist mit einem Wert um 90,9 Zähler gerechnet. Die US-Börsen reagierten mit deutlich beschleunigten Kursverlusten.

Börsen mit Verlusten

Auch der Deutsche Aktienindex verlor in den ersten Minuten nach der Veröffentlichung 40 Punkte und stand um 16.05 Uhr bei 3112 Zählern. Dies entsprach einem Minus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Auch die US-Börsen gaben nach.

Weitere Informationen über die Lage der US-Konjunktur werden in dieser Woche außerdem von den Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal sowie zur Entwicklung des Arbeitsmarkts im Oktober erwartet. Enttäuschende Daten könnten den Weg für eine rasche Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed) ebnen, sagten Analysten. Dies würde die Zinsspanne zwischen den USA und Europa vergrößern und damit den Dollar belasten.

Der Schlüsselzins in der Eurozone liegt derzeit bei 3,25 Prozent, während er in den USA 1,75 Prozent beträgt. Angesichts der Schwäche an den Aktienbörsen sind die als sichere Anlagehäfen geltenden Festverzinslichen und damit die Zinsunterschiede zwischen den USA und Europa derzeit von hohem Interesse für die Investoren. Im Dollar-Yen-Handel war ebenfalls kaum Bewegung. (Reuters)

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