Star Alliance erhält von Brüssel endgültige Starterlaubnis

29. Oktober 2002, 16:01
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Konsolidierung in Europa erwartet

Brüssel/Wien/Frankfurt - Fünf Jahre nach der Gründung hat die EU-Kommission dem Luftfahrtbündnis Star Alliance um die Lufthansa und United Airlines die offizielle Starterlaubnis erteilt. Die Lufthansa und ihre Partner hätten darlegen können, dass es durch die Allianz nicht zu einer unzulässigen Einschränkung des Wettbewerbs auf den Verbindungen zwischen dem Flughafen Frankfurt und Zielen in den USA komme, erklärte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Ein Sprecher der heimischen Austrian Airlines-Gruppe, die der Star Alliance angehört, hat die Entscheidung der Kommission heute begrüßt.

Die Luftfahrtpartner stimmten aber zu, Start- und Landrechte in Frankfurt aufzugeben. Gleichzeitig gab Brüssel auch grünes Licht für die Allianz der US-Fluggesellschaft Northwest Airlines mit der niederländischen KLM. Hier wurden keine Auflagen vereinbart.

Vierzehn Mitglieder

Die Star Alliance war im Mai 1997 gegründet worden und umfasst heute vierzehn Mitglieder, zu denen auch die Austrian Airlines-Gruppe mit den Gesellschaften AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways gehört. Im Juni wurde die Aufnahme neuer Mitglieder beschlossen, künftig sollen auch die südkoreanische Asiana Airlines, die polnische Fluggesellschaft LOT sowie die spanische Spanair der Allianz angehören.

Für die Fluggesellschaften bringen Luftfahrt-Allianzen große Vorteile. Die Airlines teilen sich dabei unter anderem Start- und Landerechte, bieten Verbindungen unter einheitlichen Flugnummern an (Code-Sharing) und stimmen Flugpläne sowie Vielflieger-Programme aufeinander ab. Auf Grund dieser engen Verflechtung sieht die EU-Kommission Luftfahrtallianzen grundsätzlich als eine Art Ersatz-Fusion. Direkte Zusammenschlüsse mit ausländischen Partnern sind vielen Airlines durch nationales Recht verwehrt.

Die EU-Kommission hatte das Bündnis der Lufthansa mit ihren Partnern United Airlines in den USA und SAS in Skandinavien, die das Herz der "Star Alliance" bildet, seit 1996 überprüft. Um eine stärkere Wettbewerbsposition zu erreichen, gehen viele internationale Fluggesellschaften Bündnisse ein. Sie umgehen damit staatliche Beschränkungen, die Fusionen bisher praktisch unmöglich machen. Die Konzentration in der Luftfahrtbranche wird daher seit Jahren hauptsächlich über die Stärkung der Allianzen betrieben.

Konsolidierung

Experten gehen davon aus, dass in Europa in geraumer Zeit nur noch die drei großen Fluggesellschaften British Airways, Lufthansa und Air France unabhängig existieren werden. Kleinere Fluglinien dürften weitgehend auf Zubringerdienste reduziert und in Allianzen eingebunden sein. Daneben wird es nach Einschätzung der Experten einen ebenfalls auf wenige große Anbieter wie Easyjet und Ryanair beschränkten Markt für Billiganbieter geben. (APA/AFP/Reuter)

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