Khatami kritisiert Bushs "falsche Politik"

29. Oktober 2002, 15:29
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USA haben Bin Laden gestärkt und die "Reformkräfte in der islamischen Welt geschwächt"

Madrid - Der iranische Staatspräsident Mohammad Khatami hat US-Präsident George W. Bush beschuldigt, mit einer "falschen Politik" den Terroristenchef Osama bin Laden gestärkt zu haben. Washington habe dazu beigetragen, dass Bin Laden in Teilen der islamischen Welt nicht auf Ablehnung stoße, sondern verehrt werde, sagte Khatami am Dienstag in Madrid. Es sei ein Fehler von Bush gewesen, ein Land wie den Iran zur "Achse des Bösen" zu zählen.

Damit habe Washington in der islamischen Welt die Reformkräfte geschwächt, die eine Demokratisierung anstrebten. Khatami bekräftigte die iranische Ablehnung eines einseitigen Militärangriffs auf den Irak. Eine Ablösung des Regimes von Saddam Hussein im Irak müsse von der Bevölkerung ausgehen und dürfe nicht von Washington aufgezwungen werden.

Abkommen mit Spanien unterzeichnet

Der iranische Präsident unterzeichnete am zweiten Tag seines viertägigen Staatsbesuchs in Spanien mehrere Abkommen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar. Dazu gehörten Verträge über den Schutz von Investitionen sowie über eine intensivere Zusammenarbeit auf den Gebieten der Kultur und des Tourismus.

Spanien wollte mit der Einladung Khatamis den Reformkurs des iranischen Präsidenten unterstützen. Zudem wollte es deutlich machen, dass Madrid - ebenso wie die Regierungen der anderen EU-Staaten - Iran nicht zur "Achse des Bösen" zählt. Bush hatte den Iran Anfang des Jahres zusammen mit dem Irak und Nordkorea als "Achse des Bösen" gebrandmarkt und den drei Ländern die Produktion von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen. (APA/dpa)

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    Khatami bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gastgeber Aznar in Madrid

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