Vatikan gibt Pius XII.-Akten frei

29. Oktober 2002, 15:02
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Papiere über Berliner Nuntiatur bis 1939 sollen Vorwürfe wohlwollende Nazi-Behandlung durch Papst Pius beleuchten

Rom - Der Vatikan will alle Akten der Berliner Nuntiatur von 1922 bis 1939 zugänglich machen. In dieser Zeit war der Kardinal Eugenio Pacelli, der 1939 zum Papst Pius XII. gewählt wurde, Nuntius in Deutschland. Die Dokumente könnten ab Jänner kommenden Jahres eingesehen werden, kündigte der für die vatikanische Bibliothek zuständige Kardinal Jorge Maria Mejia am Dienstag auf einer Pressekonferenz an.

Seligsprechung Pius bereits eingeleitet

Pius XII. wird von vielen Historikern vorgeworfen, seit seiner Zeit in Deutschland dem Nationalsozialismus wohlwollend begegnet zu sein. Der Vatikan weist hingegen diese Vorwürfe zurück und hat ein Verfahren zur Seligsprechung von Pius XII. eingeleitet. Die Seligsprechung ist die Vorstufe zur Heiligsprechung.

Vatikanische Dokumente bleiben unter Verschluss

Papst Johannes Paul II. hatte im Februar alle Dokumente aus der Zeit des Pontifikats von Pius XI. (1922-1939) zur Veröffentlichung freigegeben. Die Sichtung und Katalogisierung aller Dokumente aus dieser Zeit könnten nicht vor 2005 abgeschlossen werden, betonte Kardinal Mejia. Alle vatikanischen Dokumente ab 1939 bleiben weiter unzugänglich. (APA/dpa)

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