Kein "Streit" sondern "Differenz" zwischen Paris und London

30. Oktober 2002, 15:10
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Französischer Regierungssprecher: "Normal, wenn befreundete Länder unterschiedliche Standpunkte haben" - Treffen wurde nur verschoben

Paris - Ein Sprecher der französischen Regierung hat den Streit zwischen Großbritannien und Frankreich um den britischen Beitragsrabatt heruntergespielt. Diese "Differenz" sei kein "Streit", sagte der Sprecher am Mittwoch in Paris. "Das, was gesagt werden musste, wurde gesagt." Es sei "normal, wenn befreundete Länder unterschiedliche Standpunkte haben", sagte er. Wichtig sei jetzt, den geplanten Gipfel so rasch wie möglich vorzubereiten.

"Gründlichere Vorbereitung" möglich

Das ursprünglich für den 3. Dezember in Le Touquet vorgesehene Treffen zwischen dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem britischen Premierminister Tony Blair ist nach französischen Angaben auf Anfang nächsten Jahres verschoben worden. Offiziell wurde die Verschiebung in Paris mit einer "gründlichen Vorbereitung des Treffens" begründet.

Britischer Zorn beim EU-Gipfel

Frankreich hatte auf dem letzten EU-Gipfel in Brüssel die EU- Beitragserstattungen für Großbritannien in Frage gestellt und dadurch den Zorn der Briten hervorgerufen. Blairs Unmut richtet sich aber auch gegen den deutsch-französischen Kompromiss über ein Einfrieren der Direktzahlungen für Landwirte. Damit wird aus Londoner Sicht eine "echte" Reform der Agrarpolitik verzögert und gegen Abmachungen des EU-Gipfels von 1999 in Berlin verstoßen. (APA/dpa)

Kommentar

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Der Streit zwischen Chirac und Blair schwächt die EU nach innen und nach außen

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    24.10.2002: Blair und Chirac hier noch bei freundlichem aber distanziertem Händeschütteln.

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