ÖBB: Vorstandssuche im Finale

29. Oktober 2002, 15:43
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Entscheidung am Montag - Kritik an Reichhold wegen politischer Einflussnahme

Wien - Die Suche nach einem neuen Technik-Chef für die ÖBB ist wieder angelaufen und soll schon nächsten Montag entschieden werden. Als Favorit für ÖBB-Aufsichtratschef Franz Rottmeyer gilt der ÖBB-Prokurist und Leiter des Bereichs Technische Services (Werkstätten), Alfred Zimmermann (51). Er soll den amtierenden ÖBB-Infrastrukturchef Helmut Hainitz (63) beerben, der nach ÖBB-Angaben gemäß Vertragsvereinbarung Anfang März 2003 in Pension gehen wird.

Der Posten des Infrastrukturvorstands bei den ÖBB war bereits im März ausgeschrieben, im Juni aber zwischenzeitlich gestoppt worden. Mittlerweile läuft die Suche wieder auf Hochtouren. Die endgültige Entscheidung über die Hainitz-Nachfolge soll nun am Montag, den 4. November, bei einer Aufsichtsratssitzung der ÖBB fallen, hieß es aus Unternehmenskreisen am Dienstag.

Zimmermann Favorit

Zimmermann, der nicht nur Rottmeyers Favorit sein soll, sondern laut Medienberichten auch vom Chef des beauftragten Personalberaters Egon Zehnder, Joachim Kappel, gepusht werden soll, ist seit 1995 Bereichsleiter bei den ÖBB. Davor war er Geschäftsführer der Systec Industrieautomation GmbH, einer mittlerweile aufgelassenen Tochter des Siemens-Konzerns.

Neben Zimmermann will AR-Chef Rottmeyer demnach dem Kontrollgremium nur noch Peter Klugar (53) vorschlagen, ebenfalls ÖBB-Prokurist und verantwortlich für den gesamten Betrieb des Schienennetzes. Nicht mehr im Rennen sein sollen hingegen ÖBB-Prokurist Thomas Türinger (44) und Alcatel Austria-Manager Thomas Necker (41), die zuletzt ebenfalls noch als Favoriten gehandelt wurden. Ursprünglich hatten sich um den Posten 29 Kandidaten beworben.

Hainitz will unterdessen laut den Unternehmenskreisen noch bis zum Auslaufen seines Vertrages seine Funktion beibehalten und die verbleibende Zeit nutzen, um seinen Nachfolger in die neue Funktion einzuführen.

Politischer Einfluss

Kritiker sehen in der nunmehr raschen Besetzung des Infrastruktur-Postens im ÖBB-Vorstand den Versuch von Verkehrsminister Mathias Reichhold (F), vor den Wahlen noch politischen Einfluss auf die Vorstandsbestellung in den ÖBB zu nehmen. Das Ministerium weist diesen Vorwurf zurück. "Wir haben keine Möglichkeit des Einflusses. Sowohl die Frage, wann der Infrastrukturvorstand bestellt wird, als auch die Frage, wer es wird, entscheidet allein der Aufsichtsrat", sagte eine Ressortsprecherin am Dienstag. (APA)

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