Sambia lehnt US-Gen-Mais trotz Hungerkrise als "Gift" ab

29. Oktober 2002, 13:59
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Lusaka - Trotz akuter Hungerkrise hat Sambia eine Lebensmittelhilfe der USA mit genmanipuliertem Mais abgelehnt. Landwirtschaftsminister Mundia Sikatana folgte damit am Dienstag einer Empfehlung sambischer Wissenschafter.

Die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Gen-Mais könne zurzeit niemand garantieren, sagte Sikatana. Präsident Levy Mwanawasa hat den Gen-Mais aus den USA sogar als Gift bezeichnet.

Das Land im Süden Afrikas ist in den kommenden Monaten von einer schweren Hungersnot bedroht, die Schätzungen zufolge 2,9 Millionen Menschen oder 30 Prozent der Bevölkerung erfassen könnte. Die Opposition hat die Regierung deswegen aufgefordert, die Hilfe anzunehmen. Hungernde Menschen sind bereits in Lager eingebrochen, in denen das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) mehrere tausend Tonnen Gen-Mais aus den USA lagert.

"Jede Regierung hat das Recht, Nahrungsmittelhilfe anzunehmen oder auch abzulehnen", sagte WFP-Sprecherin Christiane Berthiaume. Die Entscheidung der Regierung in Lusaka erschwere aber die Arbeit der Organisation, weil es immer schwieriger werde, in großen Mengen Mais zu bekommen, der nicht gen-manipuliert sei. (APA/AP)

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