Tausende Angestellte im Ausstand

29. Oktober 2002, 13:54
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Bürgermeister von Turin: "Turin ohne Fiat undenkbar"

Rom - Zehntausende Angestellte des hochverschuldeten italienischen Fiat-Konzerns sind am Dienstag landesweit in einen vierstündigen Ausstand getreten. Damit protestierten sie gegen die Pläne der Gruppe, die Autoproduktion um 20 bis 30 Prozent zu drosseln und insgesamt 8.100 Arbeitsplätze abzubauen. Allein im Turiner Hauptwerk Mirafiori soll die Beteiligung nach Angaben der Gewerkschaft bei 70 Prozent gelegen haben. Fiat hatte angekündigt, im Rahmen eines Sanierungsplans Teile des Werks schließen zu wollen.

Mehrere tausend Fiat-Arbeiter beteiligten sich an einem Protestmarsch zur Lingotto-Fabrik, wo sich die Verwaltungsbüros des Unternehmens befinden. "Unsere Stadt weiß, dass sie die Mittel hat, auf diese Krise zu reagieren. Die Zukunft von Turin ist ohne Auto- Industrie und Fiat undenkbar", sagte der Bürgermeister von Turin, Sergio Chiamparino.

Partnerschaft mit Opel

Zu einer eventuellen Partnerschaft mit der GM-Tochter Opel erklärte Chiamparino: "Es geht darum, Fiat und Opel zu vereinen. Dazu sind Verhandlungen nötig und auf keinen Fall soll bei den Beziehungen zu Deutschland der Grundsatz gelten, dass des einen Tod des anderen Leben bedeutet."

Auch im Zentrum Mailands demonstrierten fast 1.000 Menschen. Sie protestierten gegen die angekündigte Schließung einer Alfa-Romeo-Fabrik im benachbarten Arese. (APA/dpa)

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