Prüfpickerl für alle sicheren Kindersitze

29. Oktober 2002, 12:47
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Kostenlose Kontrolle beim ÖAMTC - Mit Grafik

Mit einer österreichweiten Überprüfung von Kindersitzen wollen der ÖAMTC und der Verein "Große schützen Kleine" die Verletzungsgefahren der Kids als Pkw-Mitfahrer senken. Im November können alle Eltern bei den Dienststellen des Clubs die Sitze von einem der 60 speziell geschulten Fachleute kostenlos kontrollieren lassen, hieß es heute, Dienstag, auf einer Pressekonferenz. Ist alles in Ordnung, gibt es das "Kindersicher"-Pickerl.

90 Prozent der Volksschulkinder nicht oder nicht ausreichend geschützt

Seit mittlerweile acht Jahren ist die Kindersicherung Gesetz, trotzdem würden die Kleinen oft nicht richtig angeschnallt, kritisierte ÖAMTC-Techniker Franz Peleska. Laut einer Erhebung im vergangenen Jahr waren über 90 Prozent aller österreichischen Volksschulkinder nicht oder nicht ausreichend geschützt unterwegs.

Den sichersten Schutz bieten nur korrekt auf Kind und Fahrzeug abgestimmte Rückhaltesysteme, erklärte Dr. Peter Spitzer vom Verein "Große schützen Kleine". Ein Anprall mit 50 km/h entspreche einem Fall aus dem dritten oder vierten Stock. "Eltern würden nie ihre Kinder aus dem Fenster werfen, im Auto sind sie aber nachlässig", so Spitzer.

Risko ohne Kindersitz sieben Mal höher

Ohne Kindersitz ist laut Spitzer das Risiko für schwere und tödliche Verletzungen sieben Mal höher. Laut Untersuchungen an der Grazer Universitätsklinik für Kinderchirurgie habe sich gezeigt, dass richtig transportierte Kinder bei Unfällen leichter oder höchstens gleich schwer verletzt wurden als erwachsene Mitfahrer.

Vom Gesetz ist lediglich eine entsprechende Kindersicherung vorgeschrieben, so Peleska. Eine gefährliche Lücke sei dabei, dass auch ein Beckengurt reicht. Bei einem Unfall taucht aber das kindliche Becken unter dem Riemen durch, die Folge sind schwerste Bauch- oder Wirbelsäulenverletzungen.

Das "Kindersicher"-Pickerl

Zur Erlangung des "Kindersicher"-Pickerls muss eine lange Liste von sicherheitsrelevanten Details kontrolliert werden, erklärte Peleska. An erster Stelle steht die Prüfung des Alters. Egal ob Plastik oder Schaumstoff - das Material altert und verliert dadurch an Sicherheit. Geprüft wird auch auf Unfallschäden, den technischen Zustand und den richtigen Einbau im Wagen.

Bis zu einer dreiviertel Stunde kann die Kontrolle dauern. Peleska: "Wie beim Pickerl". Wichtig ist, mit Kind, Auto, Sitz und Betriebsanleitung zur Überprüfung zu kommen.

Die Kardinalfehler bei der Verwendung von Kindersitzen

  • Der Hosenträgergurt ist viel zu locker
  • Der Sitz ist im Fahrzeug nicht fest genug montiert
  • Das Kind ist zu dick angezogen
  • Die Schlösser oder Gurten sind verschmutzt und klemmen
  • (red)

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    ÖAMTC
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