Gusenbauer: Frauenbild der ÖVP extrem veraltet

30. Oktober 2002, 12:42
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Beim "Happy Wendefest der Frauen" bezeichnete der SP-Obmann das herrschende politische Klima als eines des "intellektuellen Vormärz"

Wien - "Schüssel hat beim ÖVP-Parteitag von 100.000 Stimmen gesprochen, die er sich noch wünscht; wir wollen lieber 100.000 neue Kinderbetreuungseinrichtungen", sagte SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer am Montag beim "Happy Wendefest der Frauen", initiiert von der unabhängigen Plattform für Gusenbauer. Gusenbauer warnte in dieser Hinsicht besonders vor der ÖVP, deren Frauenbild um Jahrhunderte von dem der SPÖ entfernt sei.

Finz-Aussage

Gusenbauer kritisierte den Wiener ÖVP-Vorsitzenden Finz für dessen jüngst getätigte Aussage, wonach der ÖVP bei den Nationalratswahlen jede Stimme recht sei, selbst wenn diese von einer Frau stamme. Gusenbauer attestierte Finz und dessen ParteifreundInnen daher ein "politisches Klima des intellektuellen Vormärzes" schaffen zu wollen.

Frauen von Wende mehrfach betroffen

Der SPÖ-Vorsitzende strich in seiner Rede hervor, dass gerade Frauen mehrfach negativ von der schwarz-blauen Wende betroffen seien. Ältere Frauen beispielsweise durch die Kürzung der Pensionen und den Trend hin zur Zwei-Klassen-Medizin; jüngere Frauen besonders durch die mangelnde Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben.

Das gesellschaftspolitische Klima verändern

Bestürzt zeigte sich Gusenbauer auch über die gesellschaftspolitische Wende, die Schwarz-Blau ausgelöst habe. Es könne nicht angehen, dass Künstler, "die es, wie jüngst bei der Verleihung der Nestroy-Preise, in bester Tradition Nestroys wagen, sich kritisch über die Regierenden zu äußern", von Bildungsministerin Gehrer mit einem "Zensuraufruf" bedacht würden, anstatt über den Inhalt der Reden zu diskutieren. Er trete jedenfalls für ein Klima des gegenseitigen Respekts ein. Wie Schwarz-Blau mit seinen Kritikern umgehe, entspreche nicht dem 21. Jahrhundert. Gusenbauers Credo daher: "Das gesellschaftspolitische Klima muss wieder geändert werden. Wir können es schaffen, wir werden es schaffen." (red)

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