Diebstahl-Prozess gegen Winona Ryder

29. Oktober 2002, 10:20
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Filmstar als Diebin erwischt oder beim Üben für eine Rolle ertappt ... - Das ist hier die Frage

Unter großem Medienrummel ist am Montag (Ortszeit) in Beverly Hills der Prozess gegen Filmschauspielerin Winona Ryder eröffnet worden. Der Hollywoodstar muss sich wegen Diebstahls und Vandalismus verantworten. Die Schauspielerin soll Gegenstände im Wert von über 5.000 Dollar (5.131 Euro) gestohlen haben. Bei einer Verurteilung drohen Ryder, die am Dienstag ihren 31. Geburtstag hat, bis zu drei Jahre Haft. Richter Elden Fox erwartet ein Urteil in etwa fünf bis zehn Tagen.

Zwölfköpfige Jury

Eine zwölfköpfige Jury, darunter der Hollywood-Mogul und ehemalige Studio-Chef von Sony Pictures, Peter Guber, entscheidet über das Schicksal der Schauspielerin. Im Verlauf des Prozesses soll den Geschworenen das Überwachungsvideo des Kaufhauses vorgeführt werden, berichteten US-Medien.

Ryders Anwalt Mark Geragos stellte den Fall als Missverständnis und seine Mandantin als Opfer von übereifrigen Sicherheitsbeamten dar. Dagegen äußerte die Anklage den Vorwurf, Winona Ryder sei mit der Absicht zu stehlen in das Kaufhaus in Beverly Hills gegangen.

Übung für die Rolle

Der erste Zeuge sagte aus, die Schauspielerin sei gerade dabei gewesen, für eine Rolle zu üben, als sie von einem Sicherheitsbeamten im vergangenen Dezember in dem Edelkaufhaus Saks Fifth Avenue zur Rede gestellt wurde. Der Sicherheitschef des Kaufhauses, Kenneth Evans, erklärte, Winona Ryder habe sich entschuldigt, als sie von dem Personal mit der unbezahlten Ware ertappt wurde. Als Erklärung gab die Schauspielerin gegenüber Evans an, auf Anraten eines Regisseurs für eine Filmrolle geübt zu haben. Der Kaufhausdetektiv hatte Ryders verdächtige Aktivitäten in dem Kaufhaus 40 Minuten lang mit Videokameras überwacht. Eine Beamtin will Ryder beim Entfernen von Sicherheitsetiketten in einer Umkleidekabine beobachtet haben.

Staatsanwältin Ann Rundle warf Ryder vor, eine Schere in das Kaufhaus mitgebracht zu haben, um die Sicherheitsetiketten an der Ware zu entfernen. Bei jedem Kauf hätte die Schauspielerin andere Gegenstände mitgehen lassen, sagte Rundle. Mark Geragos zeigte sich von der Unschuld seiner Mandantin überzeugt. Ryder habe gleich zu Beginn eine Kassierin informiert, dass sie erst am Ende ihres Einkaufsbummels für die gesamte Ware zahlen werde. (APA/dpa)

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    "Langfinger" oder "Rollenübung" - Diebstahl-Prozess gegen Winona Ryder

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