Israelische Soldaten räumten jüdische Siedlung bei Nablus

29. Oktober 2002, 19:31
posten

Wenige Stunden später begannen die Siedler mit dem Wiederaufbau

Jerusalem - Israelische Soldaten haben in der Nacht zum Dienstag im nördlichen Westjordanland den Siedlungs-Außenposten Hawat Gilad geräumt. Bei den ersten Räumungsversuchen vor zwei Wochen war es noch zu heftigen Zusammenstößen zwischen hunderten von radikalen Siedlern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Der israelische Armeesender meldete, diesmal hätten etwa 20 Einwohner der "Mini-Siedlung" südlich von Nablus keine Gegenwehr geleistet. Die nach dem ersten Räumungsversuch Mitte des Monats wieder aufgebauten Hütten seien niedergerissen worden.

Nur wenige Stunden nach der erneuten Räumung Siedlung Havat Gilad bei Nablus im Westjordanland sind am Dienstag erneut Dutzende von Siedlern auf das Gelände bei Nablus im Westjordanland zurückgekehrt. Nach israelischen Rundfunkberichten begannen sie sofort mit dem Wiederaufbau von Hütten, die die Armee am frühen Morgen zerstört hatte.

Hauptstreitpunkt

Die internationale Gemeinschaft betrachtet alle Siedlungen in palästinensischem Autonomiegebiet als illegal. Insgesamt leben dort rund 200.000 Siedler. Die Siedlungspolitik ist einer der Hauptstreitpunkte bei einer möglichen Lösung des Nahost-Konflikts.

Israelische Soldaten nahmen in der Nacht an verschiedenen Orten des Westjordanlands acht Palästinenser fest. In Nablus ging den Soldaten ein Palästinenser ins Netz, dessen Name nach dem Selbstmordanschlag am Sonntag in der Siedlerstadt Ariel zunächst als Täter veröffentlicht worden war. Nach israelischer Einschätzung war der militante Arm der Fatah-Bewegung zunächst fälschlich davon ausgegangen, der 18-jährige Mohammed Kashir stehe hinter dem Anschlag, bei dem drei israelische Soldaten getötet wurden. Mit einem Bekennerschreiben hatte sie daher seine Identität preisgegeben. (APA/dpa/AP)

Share if you care.