Mandela erhält sowjetischen Leninpreis mit zwölfjähriger Verspätung

29. Oktober 2002, 06:43
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1990 verliehen, nie übergeben

Pretoria - Was lange währt wird endlich gut. Dieses Sprichwort erfüllte sich am Montag für den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela. Mit zwölfjähriger Verspätung nahm er in Pretoria den ihm 1990 von der damaligen Sowjetunion verliehenen Lenin-Friedenspreis entgegen. Mandela hatte den Preis in dem Jahr erhalten, in dem der Antiapartheidkämpfer von den südafrikanischen Behörden nach 27 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden war. Es hatte sich jedoch seither nie die Gelegenheit ergeben, den Preis entgegenzunehmen. Von einem Besuch in Russland 1999 - nach dem Zerfall der Sowjetunion - kehrte er ohne die Auszeichnung zurück.

Der heute 84-jährige Mandela ließ jedoch nicht locker. Vor etwa zwei Jahren bat er Mitarbeiter, sich bei den russischen Behörden doch einmal nach dem Verbleib des Preises zu erkundigen. Und am Montag konnte er dann endlich den goldene Medaille aus der Hand des russischen Botschafters Andrej Kuschakow entgegennehmen. In einer Würdigung sagte der Botschafter, Mandela habe sein Leben selbstlos der Freiheit seines Landes verschrieben. (APA/AP)

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