Nikotin greift indirekt in Eiweißhaushalt ein

29. Oktober 2002, 10:40
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Abbauprodukt Nornikotin kann toxische Reaktionen auslösen - langfristig Förderung von Krankheiten wie Krebs und Arteriosklerose

Washington - US-Forscher haben entdeckt, dass ein Abbauprodukt von Nikotin im Körper zahlreiche Schäden hervorruft. Die Substanz Nornikotin führe unter anderem dazu, dass Eiweißstoffe verändert werden, erläutern Kim Janda und Kollegen vom Scripps Forschungsinstitut in La Jolla (Kalifornien) im US-Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" vom Dienstag. "Nornikotin modifiziert die Proteine auf Dauer und verändert damit ihre Funktion", heißt es darin weiter.

Der Stoff sorge auf bisher unbekannte Weise dafür, dass an der Oberfläche von Eiweißen falschen Zuckermoleküle angeheftet würden. Als Folge könnten diese Eiweißstoffe Reaktionen eingehen, aus denen toxische Stoffe hervorgingen. Diese so genannten "Advanced Glycation Endproducts" seien aus früheren Studien als entscheidende Faktoren bei der Entstehung von Diabetes, Krebs, Arteriosklerose und Alzheimer bekannt.

Diese Produkte "sollten einfach nicht vorkommen. Der Körper kann nicht mit ihnen umgehen", erläuterte Tobin Dickerson vom Scripps-Institut. Im Blut von Rauchern fanden die Forscher mehr durch Nornikotin veränderte Proteine als bei Nichtrauchern. Aus den Blutproben schlossen die Wissenschafter außerdem, dass Nornikotin der Stoff sein könnte, der Raucher süchtig macht. Während sich Nikotin schnell abbaue, ließe sich Nornikotin auch nach geraumer Zeit noch in dem Blut von Rauchern nachweisen, berichtet das US-Team. (APA/dpa)

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