Prostata-Krebs tötet jährlich mehr als 1.000 Österreicher

28. Oktober 2002, 19:57
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Seit 1985 Fälle um 15 Prozent zugenommen - Betroffene werden immer jünger

Linz - Pro Jahren sterben in Österreich mehr als 1.000 Männer an Prostata-Krebs. Diese Zahl hat seit 1985 um 15 Prozent zugenommen. Auf 100.000 männliche Österreicher kommen jährlich rund 100 Neuerkrankungen an Prostata-Krebs. Wobei das Karzinom immer öfter schon bei Männern ab dem 45. Lebensjahr auftritt.

Diese alarmierenden Zahlen wurden am Montag von der oberösterreichischen Ärztekammer präsentiert. Die Pressekonferenz stand unter dem bezeichnenden Titel "Prostata-Vorsorge: Die 'vergessene' Lebensrettung".

"Schlecht entwickeltes Problembewusstsein"

Männer haben, was den Prostata-Krebs anlangt, ein "schlecht entwickeltes Problembewusstsein", so der Urologe Walter Ullner. Nur jeder Zweite schätzt die Häufigkeit dieser Krebsart richtig ein, und ebenfalls nur jeder Zweite hat eine Vorstellung davon, wie Prostata-Krebs festgestellt werden kann. Den in diesem Zusammenhang wichtigen "PSA-Test" - über das Blut - kennen überhaupt nur 40 Prozent der Männer.

Dabei sei, so wurde bei der Pressekonferenz weiters betont, die frühzeitige Erkennung bei Prostata-Krebs die einzige wirkliche Vorsorgemaßnahme. Rechtzeitig erkannt, ist das Prostata-Karzinom in 90 Prozent der Fälle heilbar. Primar Andreas Schorn, Vorstand der urologischen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern in Linz: "Das Fatale daran: Im Frühstadium bereitet der Prostata-Krebs in der Regel keine Beschwerden. Treten erst einmal Beschwerden auf, so ist es meistens schon zu spät".

Untersuchen gehen!

Die Vorsorgeuntersuchung - ab 45 jedes Jahr - sei daher eine Form von "Selbstschutz" für die Männer. "Diese Vorsorgeuntersuchung dauert nur wenige Minuten und ist nicht schmerzhaft", so die Urologen.

Die oberösterreichische Ärztekammer hat ein "Forum Prostata" gegründet, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Bewusstsein für die Prostata-Vorsorge zu heben und damit längerfristig die Todesrate zu senken. Das "Forum Prostata" startet jetzt ein landesweites Früherkennungsprogramm. Unter anderem erhält jeder Patient bei seinem Arzt einen so genannten Prostata-Pass, in den seine PSA-Werte eingetragen werden. Vor allem aber soll dieser Pass den Mann an die jährliche Untersuchung erinnern.

Die Daten des Früherkennungsprogrammes werden - anonymisiert - in Zusammenarbeit mit dem Institut für Systemwissenschaften der Kepleruniversität auch wissenschaftlich ausgewertet. Man erhofft sich daraus weitere Aufschlüsse über das Auftreten von Prostata-Krebs. (APA)

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