Wien: Lebenslange Haft für Mord

28. Oktober 2002, 19:28
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Nebenbuhler mit Hammer erschlagen und Leiche angezündet

Wien - Dass sein Geständnis und seine bisherige Unbescholtenheit als mildernd berücksichtigt wurden, half Wilfried W. (42) Montag im Wiener Landesgericht auch nichts mehr: Für den Mord an seinem Nebenbuhler erhielt der ehemalige Chauffeur des Landwirtschaftsministeriums "lebenslang". Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Ich wollte ganz einfach die Frau nicht verlieren", erklärte der Angeklagte vor dem Schwurgericht. Und meinte damit seine Freundin, von der seine Gattin jahrelang nichts gewusst hatte. Aber ausgerechnet als W. seine Frau um die Scheidung gebeten hatte, kam die Freundin dem 36-jährigen Christian P. näher. "Der war jünger als Sie, ledig - ein gefährlicher Gegner also", so Richter Hans-Peter Januschke.

Im Dezember 2001 lauerte W. in seinen Dienstwagen dem Jüngeren auf. Mit dabei: ein Schlosserhammer, eine Plastikfolie und ein Kanister mit fünf Liter Benzin. "Er hat ihm den Schädel zertrümmert", fasste Staatsanwältin Alexandra Mathes zusammen. Danach legte W. die Leiche auf eine extra ausgebreitete Plastikfolie im Kofferraum seines Dienstwagens und fuhr damit nach Obersulz im Bezirk Gänserndorf, wo er sie mit Benzin übergoss und anzündete.

Zufällig entdeckt

Am nächsten Tag kaufte W. seiner Freundin einen Christbaum. Am übernächsten holte er die sterblichen Überreste der verkohlten Leiche ab, weil er fürchtete, sie könnten von einem Bekannten, dem das Grundstück gehörte, gefunden werden. Bei der Ortsumfahrung Wolkersdorf warf er sie dann aus seinem Wagen über eine Böschung, wo sie ein Autofahrer wenig später zufällig entdeckte. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 29.10.2002)

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    derstandard.at
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