Moskau: Weder Sarin noch anderes Giftgas gegen Geiseln eingesetzt

28. Oktober 2002, 16:17
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Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Moskau bleiben in Kraft

Moskau - Russland hat bestritten, dass bei der Befreiung der Geiseln aus dem Moskauer Musicaltheater das Kampfgas Sarin oder andere Giftgase eingesetzt worden seien. Ziel des Einsatzes von Gas sei es nicht gewesen, alle zu töten, sagte der oberste medizinische Beauftragte von Präsident Wladimir Putin, Viktor Fominych, am Montag. Daher könne der Einsatz von Sarin oder ähnlichen Stoffen ausgeschlossen werden.

Welcher Stoff genau in das Theater geleitet wurde, um die Geiselnehmer außer Gefecht zu setzen, wisse er nicht. Auch für die behandelnden Ärzte sei es nicht von Bedeutung gewesen, die Zusammensetzung der Substanz zu kennen, betonte Fominych. Die Regierung in Moskau sieht sich zunehmender Kritik ausgesetzt, da 115 der bei der Befreiung getöteten Geiseln durch das Gas starben. Ärzte kritisierten, dass sie mangels Informationen nicht angemessen behandeln konnten.

Moskau will die während des Geiseldramas verschärften Sicherheitsmaßnahmen bis auf weiteres aufrecht erhalten. Im Zuge der Ermittlungen würden auch weiterhin Pässe und Fahrzeuge kontrolliert, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Innenministerium. Am vergangenen Mittwoch hatte ein schwer bewaffnetes Kommando tschetschenischer Rebellen das Muscialtheater gestürmt und gedroht, das Haus mitsamt der rund 800 Geiseln in die Luft zu sprengen, falls Russland nicht seine Truppen aus Tschetschenien abziehe. Die russischen Behörden beendeten das Geiseldrama am Samstagmorgen. Spezialkräfte leiteten ein Gas in den Zuschauerraum und stürmten dann das Theater.(APA)

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