Ältere Arbeitnehmer werden immer wichtiger

28. Oktober 2002, 14:49
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Bartenstein: Altersteilzeit bleibt - Reform notwendig

Wien - Ältere Arbeitnehmer werden immer wichtiger. Die heimische Wirtschaft ist mit einem Kippen der Alterspyramide konfrontiert. Mehr Beschäftigte werden künftig über 40 Jahre als unter 30 Jahre alt sein. Um den höhen Beschäftigtenanteil zu halten, wird es notwendig sein, Ältere in den Unternehmen zu halten. Bei der Beschäftigung Älterer sei man in Österreich auf gutem Weg, betonte am Montag Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) im Anschluss an die vom Ministerium in der Industriellenvereinigung (IV) veranstaltete Enquete "Neue Chancen für ältere Arbeitnehmer"

In den vergangenen vier Jahren habe die Beschäftigung der 50- bis 64-Jährigen mit einem Plus von 12 Prozent auf rund 490.000 Personen überdurchschnittlich zugenommen, so Bartenstein. Die Gesamtbeschäftigung wuchs im selben Zeitraum lediglich um 2,4 Prozent.

Altersteilzeit bleibt

Um ältere Arbeitskräfte länger in Beschäftigung zu halten gebe es eine Reihe von Anreize. Die Altersteilzeit, die vorläufig 2003 ausläuft, wird bleiben, betonte der Wirtschaftsminister. Allerdings werde es Reformen geben. Ein Blocken der Arbeitszeit - in der Altersteilzeit zwei Jahre voll zu arbeiten und dann spazieren zu gehen - werde es künftig nicht mehr geben. Dies sei eine "verkappte Frühpension" gewesen. Das Interesse an Altersteilzeit sei sehr groß und werde derzeit von rund 19.000 Arbeitnehmern in Anspruch genommen.

Darüber hinaus gebe es für Ältere ein höheres Weiterbildungsgeld bis zur Höhe des Arbeitslosengeldes, die Verlängerung der Bezugsdauer für Arbeitslosengeld auf 78 Wochen und ein betriebliches Bonus-Malus-System für die Beschäftigung Älterer.

Befristet Lohnzuschüsse

Bei der Förderung des beruflichen Wiedereinstieges können zeitlich befristet Lohnzuschüsse bis zu zwei Drittel der Lohn- und Lohnnebenkosten gewährt werden. Mit dem Instrument der "Implacementstiftung" können Arbeitslose in Abstimmung mit Unternehmen für konkrete Arbeitsplätze qualifiziert werden.

Grundsätzlich müsse es in den Unternehmen zu einem Bewusstseinswandel kommen. Älterwerden bedeute nämlich keine Abnahme, sondern qualitatives Wachstum der Leistungsfähigkeit. Die körperliche Kapazität nehme zwar ab, die psychische bleibe gleich und die geistig-sozialen Fähigkeiten nähmen zu. Die Sozialpartner seien aber gefordert, die Verhandlungen über eine Abflachung der Lebenseinkommenskurve zu beschleunigen.

Im Jahr 2001 entfielen rund 21 Prozent aller Fördermittel des Arbeitsmarktservice (AMS) auf Personen über 45 Jahre. Das heißt, dass rund 159 Mill. Euro für Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Unterstützungsmaßnahmen eingesetzt wurden. Die Ausgaben für aktive und aktivierende Arbeitsmarktpolitik betrugen 2001 910 Mill. Euro und werden heuer auf 1 Mrd. Euro steigen.(APA)

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