Zahlungsverkehrs- allianz heimischer Banken in Brüssel beantragt

28. Oktober 2002, 18:59
posten

Gemeinsame Tochter von BA-CA, Erste/Sparkassen und BAWAG/P.S.K. Mitte 2003 geplant

Wien - Mit einer gemeinsamen Zahlungsverkehrsgesellschaft (ZVG) wollen die drei größten österreichischen Bankengruppen Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), BAWAG/P.S.K. und Erste Bank/Sparkassen künftig den Sparstift bei ihren enormen Kosten im in- und ausländischen Zahlungsverkehr ansetzen. Nachdem den EU-Wettbewerbshütern bereits ein Informationsmemorandum übermittelt wurde, ist jetzt auch die Genehmigung der geplanten Kooperation in Brüssel beantragt worden.

"Der Antrag wurde bereits gestellt. Mit einer Entscheidung der EU ist in drei bis vier Monaten zu rechnen", sagte Erste-Sprecher Michael Mauritz am Montag zur APA. Nach den bisherigen Ankündigungen der drei Großbanken könnte das geplante Zahlungsverkehrs-Joint Venture zur Jahresmitte 2003 aus der Taufe gehoben werden. Das Bündeln des Zahlungsverkehrs könnte im Idealfall bis zu 30 Prozent der Kosten sparen (aber erst gegen 2007).

Raiffeisen noch unentschlossen

Noch offen ist, ob sich auch Raiffeisen der Allianz anschließen wird. RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner hatte vor wenigen Wochen zur APA gesagt, dass sein Sektor "mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei sein" werde, wenn die EU grünes Licht für die Kooperation gibt. Mauritz sagte heute, das gemeinsame Projekt laufe derzeit "ohne Raiffeisen".

Nach früheren Angaben würde die künftige Zahlungsverkehrstochter pro Jahr rund 1,2 Milliarden Transaktionen abwickeln, etwa 1.500 Mitarbeiter beschäftigen, an zwei Standorten in Wien operieren und in Linz, Graz und Innsbruck Außenstellen betreiben. Mit den Synergien, die man sich künftig verspricht, sollen vor allem zur Abdeckung von Verlusten im inländischen Zahlungsverkehr beitragen. (APA)

Share if you care.