Aus "Big Apple" werde "La Grande Pomme"

28. Oktober 2002, 14:04
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Kostenflucht der US-Filmproduzenten: Film über New Yorker Bürgermeister Giuliani wird in Montreal gedreht

New York - Immer mehr Hollywood-Firmen verlagern ihre Filmproduktionen ins Ausland, um Kosten in Millionenhöhe zu sparen. Jetzt wird sogar der Spielfilm "Rudy!" über den "Heldenbürgermeister" Rudolph Giuliani und sein Krisenmanagement nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center nicht in New York, sondern in der französischsprachigen kanadischen Stadt Montreal gedreht. Aus dem "Big Apple" werde "La Grande Pomme", beklagte die "Los Angeles Times" am Montag.

Politiker müssen bessere Rahmenbedingungen garantieren

"Es ist Besorgnis erregend, wenn nun schon eine Story über eine amerikanische Ikone außerhalb unserer Grenzen produziert wird", erklärte der US-Schauspieler-Verband SAG. Die Politiker müssten endlich aufwachen und der US-Filmindustrie bessere Rahmenbedingungen im eigenen Land garantieren. Nach Branchenschätzungen geben US-Filmproduzenten mittlerweile pro Jahr rund drei Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) im Ausland aus, während sich der Trend zur Auslagerung von Produktionen weiter verstärke.

Stücke vom "Hollywood-Kuchen"

Schuld daran sei nicht nur der starke Dollar. Viele Länder lockten US-Filmemacher durch Steuervergünstigungen und direkte Investitionsbeihilfen. Während der Löwenanteil der US-Produktionen im Ausland auf Kanada entfalle, holten sich auch Länder wie Mexiko, Australien, Neuseeland und Tschechien immer größere Stücke vom "Hollywood-Kuchen". (APA/dpa)

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