EU-Kommission klagt wegen Greifvogeljagd in NÖ

28. Oktober 2002, 13:50
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Bundesland verstoße zu oft Vogelschutzrichtlinie

Brüssel - Die EU-Kommission klagt Österreich wegen der Jagd auf Greifvögel in Niederösterreich. Zwar habe das Bundesland seine Gesetzgebung an die Vogelschutzrichtlinie der Union angepasst, doch werden in der Praxis nach Ansicht der Kommission zu viele Ausnahmen gewährt. "Österreich muss mehr tun, um den Schutz von Greifvögeln in Niederösterreich zu gewährleisten", forderte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström am Montag in Brüssel.

Betroffen sind die Vogelarten Mäusebussard, Rauhfußbussard, Rohrweihe und Habicht. Die Ausnahmen von dem Jagdverbot rechtfertigt Niederösterreich mit der Notwendigkeit, Tiere wie kleine Wildvögel, Fasane und Rebhühner zu schützen.

Zwar erlaubt die Vogelschutzrichtlinie Ausnahmen von dem Jagdverbot unter strengen Auflagen. Brüssel bezweifelt allerdings, dass im Fall Niederösterreichs eine so hohe Zahl gerechtfertigt ist, wie sie in diesem Bundesland gewährt werden. Wallstöm sprach in diesem Zusammenhang von einem "ungerechtfertigten Abschießen" von Greifvögeln in Niederösterreich. (APA)

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