Rax-Runde über dem Herbstnebel

29. Oktober 2002, 10:17
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Ausblicke in die Ferne und in die Tiefe

Der Herbst ist die ideale Jahreszeit für Höhenwanderungen. Man läuft nicht mehr Gefahr, in ein Gewitter zu geraten, plötzliche Wetterumschwünge sind eher selten. Wenn bei den häufigen Inversionslagen der Nebel die Täler verhüllt, bietet die glasklare Luft in der Höhe praktisch unbegrenzte Sicht.

Ein ideales Terrain für solche Höhenrunden bildet die Rax, deren Plateau man leicht mit der Seilbahn erreicht. Bei einer Runde über das Klobentörl und die Scheibwaldhöhe kann man sogar damit rechnen, nicht in der Karawane marschieren zu müssen, denn diese Bereiche des Berges liegen etwas außerhalb der üblichen Routen. Zwischen Seehütte und Bergstation allerdings wird man vergeblich die Einsamkeit suchen.

Obgleich man den über 2000 Meter hohen Gipfel der Rax nicht betritt, bietet die Runde von den Kuppen der Scheibwaldhöhe, der Preiner Wand und des Jakobskogel herrliche Aussicht (von den Kleinen Karpaten bis zu den Niederen Tauern), und vor allem einen Blick über steile Felsen in die Täler. Daher den Abstecher zur Höllentalaussicht nicht auslassen!

Bei der Bärengrube kommt man nahe an die Abbrüche der Lechnermauern und hat einen einmaligen Blick auf den Grünschacher. Zwischen dem Gipfel der Preinerwand und dem Jakobskogel sieht man ins Prein- und Schwarzatal sowie ins Wechselgebiet und zu den Fischbacher Alpen.

Mit etwas Glück kann man beim Klobentörl Murmeltiere beobachten, und Gämsen sind auf dem Berg keine Seltenheit.

Die Route

Von der Bergstation der Seilbahn wandert man auf der roten Markierung zum "Praterstern" und wählt dann die blaue Markierung zur Höllentalaussicht. Man steigt zur Dirnbacher-Hütte, einem Unterstand, ab und und gelangt über die Gegensteigung zum Klobentörl, wo man auf die grüne Markierung zur Scheibwaldhöhe, dem höchsten Punkt der Runde, einschwenkt. Gehzeit ab Bergstation 2 Stunden. Weiter geht es zum Trinksteinsattel (Hütte mit offenem Winterraum), von wo man - rot markiert - zur Seehütte absteigt. Ab Scheibwaldhöhe eine Stunde. Nun folgt - erst rot, dann blau markiert - die herrliche Passage über Preinerwandgipfel zum Jakobskogel und zum Ottohaus, von dem man zur Bergstation zurückwandert. Ab Seehüttee 2 Stunden.

Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhendifferenz rund 700 m. Ottohaus durchgehend bewirtschaftet, Seehütte laut Angabe bei der Seilbahn. Bundesamtskarte Rax - Schneeberg, Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt, Atlas Wr. Hausberge (Bernd Orfer/DER STANDARD, Printausgabe)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein imposanter Blick hinunter ins Höllental

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