"Jackass the Movie" räumt ab

28. Oktober 2002, 12:30
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Unerwarteter Erfolg der MTV-Show an den Kinokassen - Vernichtende Kritiken

Die Kinoversion der kontroversiellen MTV-Show "Jackass" hat beim Start in den USA am vergangenen Wochenende 22,7 Millionen Dollar eingespielt und ist damit die Nummer Eins Filmpremiere an den Kinokassen (Box-Office). Die Produktion von "Jackass the movie" war mit nur fünf Millionen Dollar außerordentlich billig. Deshalb und wegen des geringen Marketingaufwandes ist der Box-Office-Erfolg eine Überraschung, berichtet die New York Times.

Vernichtende Kritiken

Die Marketingkampagne des Films wurde vom Studio Paramount Pictures, wie auch MTV eine Tochter von Viacom, sehr bescheiden, aber geschickt über die Bühne gebracht. Auf MTV wurde eine "Making-of"-Dokumentation gezeigt, die Mutter Viacom pushte den Film in den Jugendprogrammen ihrer Sender. Kritikern wurde kein Preview gewährt. Kritiken vom Start am Freitag waren allgemein vernichtend. Die Ablehnung durch das Establishment habe den Erfolg noch gefördert, so die NYT. "Ältere Teenager und Studenten lieben es, die Dinge zu sehen, die die Leute im Film machen", so Paul Dergarabedian von Exhibitor Relations, einem Unternehmen, das die Box-Office-Ergebnisse untersucht. "Es ist wie bei Menschen, die bei einem Unfall stehen bleiben und schauen."

Lustig, schochierend und ekelerregend

In "Jackass" führen der Star der Show, Johnny Knoxville, und andere mehr oder weniger gefährliche Stunts und Streiche vor, die von langweilig über lustig bis schockierend und ekelerregend reichen. Bei älteren Jugendlichen hat die MTV-Show bereits Kultcharakter. Immer wieder wird davor gewarnt die Stunts zu Hause nachzumachen. Das TV-Format ist von verschiedenen Seiten als jugendgefährdend kritisiert worden, was den Kultstatus nur noch erhöht hat. 22,7 Millionen Dollar am ersten Wochenende ist zwar keine Rekordsumme, aber angesichts der geringen Produktionskosten ist die Gewinnspanne hoch. Zudem ist der Kinofilm mit "R" bewertet, was einem Jugendverbot entspricht.

Rüge vom Deutschen Werberat

In Deutschland wurde eine Werbung der TV-Show vom Deutschen Werberat gerügt. Eine deutsche Kopie von "Jackass", die "Freak Show", musste wegen eines Verbots der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) aus dem Programm genommen werden. Die Show setzte sich in einem Rechtsstreit zwar durch, MTV sieht aber wegen eines derzeit laufenden staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens von einer Ausstrahlung weiterhin ab. Der Sender ist aber zuversichtlich mit der "Freak Show" bald wieder auf Sendung zu gehen. "Jackass" lauft zurzeit auch auf MTV Deutschland. (pte)

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