Martini loben und Jungwein taufen

28. Oktober 2002, 15:32
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Offene Kellertüren in den Gemeinden rund um den Neusiedlersee

Neusiedler See - Um den 11. November, den Tag des Hl. Martins, öffnen die Winzer rund um den Neusiedler See die Kellertüren. In diesem Zeitraum wird nicht nur der Heilige Martin, der Schutzpatron des Burgenlandes gefeiert, sondern auch der junge Wein "getauft". Rund 17 Gemeinden um den Neusiedler See lassen alljährlich den alten Winzerbrauch des Martinilobens wieder aufleben und bieten zu traditioneller Jungweinverkostung und offenen Kellertüren auch ein abwechslungsreiches Kulinarik- und Kulturprogramm.

Mit den Tagen des Martinilobens ist der Pannonische Herbst an seinem Höhepunkt angelangt. Die Winzer präsentieren ihr flüssigen Schätze. Für Weinfreunde ergibt sich daraus die Möglichkeit, all die Tropfen der Weinregion um den Neusiedler See kennen zu lernen.

Eine Taufe für den gereiften Jungwein

In früheren Zeiten gingen die Winzer um den 11. November von Keller zu Keller, um die jungen Weine der eingebrachten Ernte erstmals zu verkosten, sie zu beurteilen und zu benennen. War der junge Wein reif, wurde er getauft und offiziell zum Wein erklärt. Dann durfte man sich damit auch zuprosten. Aus dem alten Winzerbrauch hat sich in den Weinbaugemeinden am Neusiedler See ein Festreigen um das Martiniloben entwickelt.

Fixtermin für Weinfreunde

Das Martiniloben ist heute längst zu einem Fixtermin für Weinkenner und Genießer geworden. 17 Orte rund um den Neusiedler See, von Pamhagen bis Oggau, beteiligen sich in diesem Jahr am "Festival des guten Geschmacks". Weinverkostungen und "Tage der offenen Kellertür" laden Gäste und Einheimische zum Degustieren und Genießen ein. Ein reichhaltiges Kulturprogramm mit Ausstellungen und Lesungen verwandelt die Kellergewölbe zu lebhaften Kunstzentren. Traditionsgemäß steht auch allerorts das Martiniganslessen auf dem Programm.

Dem Jungwein zu Ehren

Zusätzlich haben sich viele der Gemeinden für ihre Besucher Besonderheiten einfallen lassen: Apetlon etwa ehrt den Hl. Martin bei einem Martiniritt, während Weiden am See unter dem Titel "Gemma Köllaschaun" zahlreiche Weinkeller öffnet. In Eisenstadt wird neben dem traditionellen Martinikirtag ein Kinder-Martini veranstaltet.

Mit Weinsegnung und Jungweinverkostung lädt Purbach in die historische Kellergasse, in der am 16. November zum letzten Mal in diesem Jahr "Ausgsteckt" ist.

In Breitenbrunn laden die Weinbauern mit dem Aufruf "Auf zur Jungweinverkostung" zu einer Wanderung von Weinkeller zu Weinkeller, während in Podersdorf zur Weintaufe und Jungweinverkostung die "Hiata", die traditionellen Feldhüter, ihren Einzug halten.

Unter dem Motto "Kunst und Wein" steht das Martiniloben in Illmitz. Hier widmet sich jeder offene Keller neben dem Rebensaft und kulinarischen Schmankerln auch jeweils einem künstlerischen Thema.

In Winden empfangen die Winzer ihre Gäste bei den "Windener Hausbesuche" und in Neusiedl am See huldigen Weinfeinspitze bei der Bezirksweintaufe in der neuen Vinothek "Weinwerk Burgenland" den jungen Rebensäften.

Wer die Martinilobenfeste in Gols besuchen möchte, darf ruhig tief ins Glas schauen - vorsorglich bietet die größte Weinbaugemeinde ihren Gästen einen kostenlosen Bus-Shuttle vom Bahnhof Neusiedl am See sowie einen kostenlosen Kellerbus innerhalb der Gemeinde an.

Mönchhof verbindet Genuss und Kultur bei den Weinkulturtagen, an denen neben offenen Kellertüren Konzerte und Ausstellungen in die älteste Weinbaugemeinde des Landes locken.

Mit Weinverkostungen in offenen Kellern warten ebenso Tadten und Oggau, während Donnerskirchen am Martinitag die traditionelle Weintaufe zelebriert. In Pamhagen werden die Jungweine bei einem köstlichen Schlemmer-Weekend mit regionalen Spezialitäten geehrt. Mit einem Martinikonzert und der Jungweinpräsentation "Ruster Herbst Zeitlos" beschließt die Freistadt Rust den schmackhaften Festreigen am Neusiedler See. (pte/red)

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