Familien getöteter Moskauer Geiseln sollen je 3.200 Euro bekommen

28. Oktober 2002, 12:50
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Gerettete Geiseln bekommen die Hälfte - Weitere 239 befreite Geiseln aus dem Krankenhaus entlassen

Moskau - Die Familien der beim Moskauer Geiseldrama Getöteten sollen jeweils umgerechnet rund 3.200 Euro bekommen. Dies plant nach einem Bericht des Rundfunksenders Moskauer Echo vom Sonntag die Stadtverwaltung der russischen Hauptstadt. Jede Familie einer getöteten Geisel solle 100.000 Rubel erhalten, jede gerettete Geisel 50.000 Rubel. Für die Beerdigung eines jeden Todesopfers sollen umgerechnet rund 450 Euro gezahlt werden.

Von den zuletzt noch 650 befreiten Geiseln, die in Kliniken unter ärztlicher Aufsicht standen, wurden weitere 239 entlassen, meldete Interfax weiter. 45 Opfer schwebten noch immer in Lebensgefahr. Sie litten an den Folgen des Einsatzes des bisher unbekannten Gases zur Überwältigung der tschetschenischen Terroristen bei der Moskauer Geiselnahme.

Landesweiter Trauertag

Mit einem landesweiten Trauertag gedachten die Russen am Montag der mehr als einhundert unschuldigen Opfer. Am Ort des Geschehens, dem Musical-Theater, legten Menschen Blumen in Gedenken an die 117 getöteten Geiseln nieder. Die Fahnen im ganzen Land wehten auf Halbmast. Bei der gewaltsamen Beendigung des Moskauer Geiseldramas am Samstag starben mindestens 115 Geiseln an dem von russischen Spezialeinheiten eingesetzten bisher nicht näher benannten Gas. Zu den Toten zählt auch die Österreicherin Emilia Predova-Uzunov. (APA/dpa)

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    foto: epa/sergei chirikov
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