Sony schreibt zum Halbjahr wieder schwarze Zahlen

28. Oktober 2002, 12:35
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Aber Umsatzprognose gesenkt

Tokio - Der japanische Elektronikriese Sony hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres wieder schwarze Zahlen geschrieben. Dank verbesserter Profitabilität im Elektronikbereich erwirtschaftete der Hersteller der Spielekonsole Playstation zum Bilanzstichtag 30. September einen Nettogewinn von 101,2 Mrd. Yen (835 Mill. Euro) nach einem Verlust von 43,3 Mrd. Yen im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr (31. März) nahm Sony jedoch die Umsatzprognose um 100 Mrd. auf nun 7,6 Bill. Yen zurück.

Zu den guten Halbjahresergebnissen trug auch die andauernde Popularität der Playstation 2 und der dazu gehörenden Software in Europa und Nordamerika bei. Der schwächer werdende Absatz von DVD-Playern und anderen Audio-Geräten in den USA dürfte jedoch in der zweiten Jahreshälfte auf den Gesamtumsatz drücken, hieß es.

Zuvor hatten auch die beiden japanischen Elektronikunternehmen Toshiba und NEC nicht zuletzt dank energischer Umstrukturierungen deutlich verbesserte Bilanzen vorgelegt. Trotzdem gaben die Aktien beider Firmen am Montag in Tokio um 0,4 beziehungsweise 3,6 Prozent nach.

Optimistisch

Offenbar hält man an den Finanzmärkten nach Angaben von Händlern die Prognosen der Unternehmen für das Gesamtgeschäftsjahr für etwas zu optimistisch und bezweifelt, dass sie das zweite Halbjahr genauso so gut bewältigen werden. Die Sony-Aktie stieg in Tokio um 1,8 Prozent auf 5490 Yen. Trotz Revidierung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr geht Sony weiter von einem operativen Gewinn von 280 Mrd. Yen aus, da die günstigen Wechselkurse die Umsatzeinbuße wettmachen dürften.

Die Netto-Ertragsprognose wurde auf 180 Mrd. Yen nach bisher geschätzt 150 Mrd. Yen angehoben. Grund sind erwartete Gewinne aus Steuerrückflüssen im Zusammenhang mit der im Dezember geplanten Fusion der in Schwierigkeiten steckenden Audio-Tochter Aiwa. Ob Sony seine Gewinnziele erreichen könne, hänge voll und ganz vom US- amerikanischen Markt ab, wo Sony mehr als 30 Prozent seines Einkommens erzielt, sagte ein Analyst der Agentur Jiji Press.

Playstation in China

Sony erwägt unterdessen, im kommenden Jahr die Playstation auch auf den chinesischen Markt zu bringen. Wie eine Sprecherin der Sony Computer Entertainment am Montag mitteilte, sei noch nichts entschieden. Sony hat den chinesischen Markt bisher wegen der dortigen Probleme mit der Produktpiraterie gemieden.

Mit dem nun erwogenen Markteintritt will Sony seine weltweit führende Position gegenüber dem Konkurrenten Nintendo mit dessen Gamecube-Konsole und Microsofts Xbox stärken. Sony vertreibt die Playstation und das Nachfolgermodell Playstation 2 in rund 120 Ländern. Das Unternehmen hat weltweit bereits über 130 Millionen der Konsolen ausgeliefert. (APA/dpa)

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