Der ewige Hasardeur

28. Oktober 2002, 09:05
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Richard Harris 1930-2002 - Zuletzt spielte er Harry Potters Mentor

London - Viel Alkohol und noch mehr schlechte Filme: Es gab Zeiten, da konnten sich Stars solche Verirrungen leisten. Der in Irland gebürtige Schauspieler Richard Harris, in beiderlei Hinsicht dem Waliser Richard Burton verwandt und vom Talent her ebenbürtig, kann auf ein imposantes Untatenregister verweisen. Vom Mann, den sie Pferd nannten bis hin zu einer Tarzan-Adaption an der Seite von Bo Derek, die er selbst als "einen der schlechtesten Filme aller Zeiten" bezeichnete: Harris, der in jüngeren Jahren etwa in Lindsay Andersons This Sporting Life (Lockender Lorbeer, 1963) Furore gemacht hatte, war sich für nichts zu gut und streifte wiederholt die Grenze auch zum ökonomischen Bankrott - um dann mit der Musical-Adaption Camelot Millionär zu werden.

Anfang der 80er hörte Harris mit dem lebensbedrohlichen Trinken auf - und fand sich plötzlich in exzellenten Performances wieder. Eine Oscar-Nominierung erhielt er für Jim Sheridans The Field (1990). Seine Jahrhundertrolle: ein kläglicher Kopfgeldjäger in Clint Eastwoods Unforgiven (1992). Am Freitag erlag Harris in einem Londoner Spital einer Krebserkrankung - kurz vor der Weltpremiere von Harry Potter und die Kammer des Schreckens, wo er wieder Harrys Mentor, den Magier Albus Dumbledore, verkörpert hatte. Jetzt sucht das Studio nach einem Nachfolger für Teil drei - aber ein Original wie Richard Harris sehen wir so bald nicht wieder. (cp/DER STANDARD, Printausgabe, 28.10.2002)

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    Richard Harris: "Wenn es Ärger meinetwegen gibt, bin ich immer ein Ire. Wenn ich Erfolg habe, bin ich ein Engländer."

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