Studienreisen: Osteuropa statt Nahost

27. Oktober 2002, 19:44
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Branchenprimus Studiosus: "Islamische Länder schwer verkaufbar"

Wien - Deutsche und Österreicher machen trotz Terrorangst und schwacher Konjunktur gerne Studienreisen, bei den Reisezielen gibt es aber zum Teil starke Verschiebungen.

"Osteuropa läuft ex Österreich und ex Deutschland hervorragend, islamische Länder hingegen sind derzeit schwer verkaufbar", sagte Klaus Dietsch, Sprecher des europaweit führenden Studienreiseveranstalters Studiosus. Mit einem Buchungsplus von 21 Prozent verzeichnete der in München ansässige und mit einem Ableger auch in Österreich vertretene Veranstalter heuer nirgendwo sonst einen derart starken Nachfrageimpuls. "Die meisten dieser Länder kommen 2004 in die EU, das inspiriert zum Reisen dorthin", sagte Dietsch.

Einbrüche im Mittleren Osten

Deutlich schlechter sieht es für Studiosus im Nahen und Mittleren Osten aus, wo es heuer Einbrüche von 34 Prozent (Ägypten) bis 68 Prozent (Syrien/Jordanien) zu verkraften galt. "Daran wird sich so schnell nichts ändern, sagte Dietsch. "Die Leute fühlen sich in diesen Ländern subjektiv nicht sicher, auch wenn es objektiv sicher sein mag."

Starkes Interesse verzeichnet der Münchner Reiseveranstalter für Reisen nach China, die heuer um 29 Prozent zugelegt haben, nach Südostasien (21 Prozent) und Südafrika (plus 19 Prozent). Der Gesamtumsatz von Studiosus dürfte heuer nach einer internen Hochrechnung um 3,9 Prozent auf 203,9 Mio. Euro zurückgehen, die Zahl der Reisenden um 9,8 Prozent auf knapp 92.000 sinken.

Für die Saison 2003 rechnet die Studiosus Reisen München GmbH, zu der auch Marco Polo Reisen und Klingenstein Reisen gehören, mit zweistelligen Zuwachsraten. Voraussetzung sei aber, dass es keine neuen terroristischen Anschläge gibt und auch ein Krieg im Irak ausbleibt. (stro, Der Standard, 28.10.2002)

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