Fast alle getöteten Geiseln an Gas gestorben

28. Oktober 2002, 12:14
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Nur ein Todesopfer durch Schussverletzung - Chefarzt: "übliches Narkosegas" verwendet

Moskau - Bis auf eine sind alle 117 ums Leben gekommenen Geiseln in Moskau an dem bei der Befreiung eingesetzten Gas gestorben. Das teilten die Moskauer Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Die russische Agentur Interfax zitierte einen Chefarzt mit diesen Angaben zur Todesursache.

"Übliches Narkosegas"

Es habe sich um ein übliches Narkosegas gehandelt, das jedoch in Überdosis zu "Störungen der Körperfunktionen" wie Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen führen könne. Nur eine Geisel sei Schussverletzungen erlegen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf den Vorsitzenden des Moskauer Gesundheitsausschusses, Andrej Seltsowski, weiter. Es war das erste Mal, dass die Ursache für den Tod der meisten Geiseln von offizieller Seite genannt wurde. Am Samstag hatte der stellvertretende Innenminister Wladimir Wassiljew noch erklärt, keines der zunächst 67 Opfer sei an dem Betäubungsgas gestorben.

Insgesamt sind noch fast 650 befreite Geiseln einen Tag nach der Erstürmung des Musical-Theaters in Moskauer Krankenhäusern behandelt worden. Mehr als 150 davon seien in kritischem Zustand, 45 davon in Lebensgefahr, teilten die Behörden mit. Die Zahl der toten Geiseln wurde mit 117 angegeben, 63 Männer und 54 Frauen. (APA/dpa/Reuters)

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