Strafanzeige in der Slowakei wegen Massaker von 1944

27. Oktober 2002, 14:22
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Partisanen töteten mindestens 190 Karpatendeutsche

Preßburg - Eine Strafanzeige gegen unbekannte Täter haben fast sechzig Jahre nach der Tat in der vergangenen Woche die Verwandten der Opfer eines Massakers erstattet, das im Herbst 1944 in Sklenne (Glaserhau) in der Mittelslowakei, stattfand. Am 21.9. 1944 kam es hier zu einem der größten Verbrechen, das die Partisanen an den Deutschen verübten. Es wurden damals 190 - wahrscheinlich sogar 290 - Zivilisten, sogenannte Karpatendeutsche, ermordet.

Silvester Stric (78), erklärte, neue Beweise hinsichtlich der Täter zu haben. "Jetzt, mehr als 60 Jahre nach der Tragödie, geht es uns nicht um die Bestrafung der Täter, keiner ist mehr am Leben. Wir wollen nur die historische Wahrheit feststellen" sagte Stric zur Tageszeitung Pravda (Samstags-Ausgabe).

Der Herbst 1944 war in der Mittelslowakei besonders grausam. Nach dem Aufstand der slowakischen Armee und Partisanen im August 1944 gegen die Deutschen wurden von beiden Seiten mehrere Massaker verübt. Laut dem slowakischem Justizministerium wurden im Herbst 1944 mehr als 5.000 unschuldige Zivilisten getötet. Die SS und dem slowakischen Staat treugebliebene Sondereinheiten haben demnach 4.789 Slowaken und Juden getötet, die sowjetischen und slowakischen Partisanen 418 Menschen, unter ihnen auch die Deutschen in Glaserhau. Die Verbrechen an Deutschen versuchte man nach 1945 zu verschweigen. (APA)

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