Schmetterlinge in New York - Strafe für Microsoft

27. Oktober 2002, 19:02
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Sticker in der ganzen Stadt sorgen für Aufregung - Microsoft entschuldigt sich

New York will keine Microsoft-Graffitis auf seinen Straßen. Wegen einer Werbeaktion für die neueste Version des Microsoft-Internet-Services MSN 8 hat die Stadt dem weltgrößten Softwarekonzern nun eine Geldstrafe angedroht.

Beschädigung öffentlichen Eigentums

Microsoft hatte zum Start seiner 300 Millionen Dollar (307 Millionen Euro) schweren Kampagne New York vom Times Square bis zum Central Park mit dem Schmetterlings-Logo von MSN überflutet und dabei verschiedene Aufkleber von 30 bis 50 Zentimeter Größe an U-Bahnstationen, Verkehrsschildern und Gehsteigen befestigt. Die Stadt sieht darin eine Beschädigung öffentlichen Eigentums und forderte Microsoft auf, die illegalen "Corporate Graffiti" umgehend zu entfernen. Laut einem Sprecher des Verkehrs-Departments wurde Microsoft außerdem bereits zu einer Geldstrafe von 50 Dollar je Sticker verurteilt.

"Da ihre Organisation auf den illegalen Markierungen erwähnt wird, haben wir vor, ihre Firma direkt für diese illegale, unverantwortliche und gefährliche Entstellung öffentlichen Eigentums verantwortlich zu machen", schreibt die Stadtverwaltung in einem Brief an Microsoft. Ihrer Ansicht nach verunstalten die Schmetterlings-Sticker die Straßen und Verkehrszeichen der Stadt.

Entschuldigung

Yusuf Mehdi, Vizepräsident der Services und Business Abteilung von MSN, entschuldigte sich inzwischen bei der Stadt New York und seinen Bewohnern. "Wir haben einen Fehler mit den Werbe-Aufklebern gemacht und werden dafür gerade stehen. MS wird die Kosten für die notwendige Reinigungsaktion, die bereits begonnen hat, voll tragen." Kritiker mutmaßen aber, dass die Kampagne von vornherein auf eine Konfrontation mit der Stadt angelegt war, um vom entrüsteten Medienecho zu profitieren.

Microsoft ist nicht das erste Unternehmen, dass eine derartigen Straßenkampagne veranstaltete und dafür verurteilt wurden. Vergangenes Jahr ließ IBM für seine Linux-Werbekampagne namens "Peace, Love & Linux" eine Kombination aus einem Friedenssymbol, einem Herzsymbol und einem lächelnden Pinguin auf die Gehwege San Franciscos und Chicagos sprühen. Und in New York hatte erst Anfang der Woche Nike mit illegalen Sticker auf Bürgersteigen für Aufregung gesorgt. (APA/AP/Reuters)

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