Sexualität bei chronischen Schmerzen

27. Oktober 2002, 18:00
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Tabuthema zwischen Arzt und Patient - dabei klagen laut Studien rund drei Viertel der Betroffenen über vielfältige sexuelle Probleme

Oberursel - Sexualität und Probleme in der Partnerschaft sind für Patienten mit chronischen Schmerzen meist Tabuthemen. Obwohl die Krankheit Partnerschaft und Sexualität Untersuchungen zufolge in erheblichem Maße beeinträchtige, werde über die Probleme zwischen Arzt und Patient nur selten gesprochen, erklärt die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, Marianne Koch, in Oberursel. Untersuchungen in Großbritannien und den USA hätten gezeigt, dass drei Viertel der Patienten über vielfältige sexuelle Probleme klagten.

Viele Patienten litten unter geringem Selbstvertrauen und Versagensängste, klagten über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, über Erektions- und Orgasmusprobleme. Besonders Männer stünden häufig unter starkem Druck, erklärt Hilmar Hüneburg, Leiter des Schmerztherapeutischen Kolloquiums Bonn. Schmerzpatienten hätten häufig Probleme im Beruf oder könnten gar nicht mehr arbeiten; sie fühlten sich vor sich und der Gesellschaft als Versager. Mit dem sexuellen Versagen oder der Angst davor kämen die Betroffenen dann kaum mehr zurecht, sagte Hüneburg.

Wichtig sei, mit dem Partner über die Ängste zu sprechen, damit er oder sie auf sie eingehen könne. Denn positiv erlebte Sexualität, Nähe, Intimität und Zärtlichkeit steigerten das seelische Wohlbefinden und wirkten sich so auch günstig auf die Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerzen aus, teilte die Schmerzliga mit. (APA/AP)

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