Wissenschaftsjournalismus für eine bessere Welt

26. Oktober 2002, 18:35
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Weltkonferenz in Brasilien befasst sich mit dem Beitrag zu einer humanen Entwicklung

Sao Jose dos Camos - In Brasilien findet vom 24. bis 27. November die Dritte Weltkonferenz der Wissenschaftsjournalisten ("WCSJ Brazil 2002") statt. Diesjähriges Motto: "Wissenschaftsjournalismus und humane Entwicklung." 500 Wissenschaftsjournalisten werden auf dem Campus der Universität Vale do Paraiba in der Stadt Sao Jose dos Camos - im nordöstlichen Landesteil zwischen Sao Paulo und Rio de Janeiro - erwartet.

Gäste aus fünf Erdteilen werden der Frage nachgehen, wie der Journalismus den wachsenden wissenschaftlichen Analphabetismus in den Bevölkerungen verkleinern kann und mit welchen Mitteln sich bürgernaher Wissenschaftsjournalismus fördern lässt. Zu Diskussion steht auch die Frage, welchen Beitrag Massenmedien zur nachhaltigen Entwicklung und politischen Empowerment leisten können. Als Referenten konnten u.a. Werner Hadorn, Vorsitzender der Europäischen Wissenschaftsjournalisten (EUSJA), James Cornell, Präsident der Internationalen Wissenschaftlichen Vereinigung (ISWA) sowie die Wissenschaftspublizisten John Noble Wilford von der "New York Times" und Tim Radford von der britischen Zeitung "The Guardian" gewonnen werden. Sponsoren sind das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MCT) des Schwellenlandes Brasilien sowie die UNESCO.

Die "Budapester Deklaration"

Die Weltkonferenz der Wissenschaftsjournalisten blickt auf eine zehnjährige Tradition zurück. Die erste Konferenz fand 1992 in Tokio, die zweite 1999 in Budapest statt. Die in Budapest versammelten Forscher verabschiedeten einen historischen Appell, der Forscher auf der ganzen Welt dazu aufruft, ihre Arbeit in den Dienst der Humanität zu stellen. In der "Budapester Deklaration" verlangten die Forscher, dass Wissenschaftsjournalisten mehr als nur Übersetzer der Forscher sein müssten, vielmehr auch deren Kritiker und Kommentatoren, die "eine Brücke bauen zwischen der Welt der Wissenschaft und dem Alltag der Bürger und der Öffentlichkeit die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen von Wissenschaft und Technologie klar machen".

Um dies zu erreichen, sei eine Weltföderation der Wissenschaftsjournalisten (WFSJ) nötig, die ihren Einfluss und weltweite Mitgliedschaft dazu nutzen möge, "Verleger und Sendeanstalten zu überzeugen, Wissenschaftsthemen mehr Platz und Zeit zu widmen und sich für eine gründlichere Ausbildung und Fortbildung von Wissenschaftsjournalisten einzusetzen, besonders in den Entwickungsländern". Auf der Internationalen Konferenz von Wissenschafts- und Technolgiejournalisten in Tokio im Oktober 2001 bildete sich ein Ausschuss, der eine Verfassung für einen solchen Weltdachverband entwickelte. (Verfassungsentwurf & Präambel). Über diese werden die Teilnehmer der Dritten Weltkonferenz abstimmen, damit sie in Kraft treten und ein arbeitsfähiger Vorstand gewählt werden kann. (pte)

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