Blutig beendete Geiselnahmen

26. Oktober 2002, 17:10
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In Südrussland gab es bereits zwei Mal mehr als hundert Tote

Hamburg - In den letzten Jahrzehnten haben viele Operationen zur gewaltsamen Befreiung von Geiseln ein blutiges Ende genommen. Zur Erinnerung:

15. Jänner 1996 in Pjerwomajskoje (Südrussland): Unterstützt von Panzern und Hubschraubern greifen Soldaten ein Tschetschenen-Kommando unter Salman Radujew an, das zuvor ein nahe gelegenes Krankenhaus in Dagestan überfallen hatte. Die Operation endet mit dem Tod von weit mehr als 100 Menschen.

17. Juni 1995 in Budjonnowsk (Südrussland): Soldaten stürmen ein Krankenhaus, in dem tschetschenische Besetzer sich mit mehr als 1000 Geiseln verschanzt haben. Mehr als 100 Menschen werden dabei getötet.

8. März 1988 bei Leningrad (Russland): Soldaten stürmen eine Tupolew 154 mit 76 Insassen, die eine Musikerfamilie zur Flucht in den Westen in ihre Gewalt gebracht hatte. Bei der wilden Schießerei und einer Explosion sterben 9 Menschen, darunter 5 Mitglieder der Familie.

5. September 1986 in Karachi (Pakistan): Die palästinensischen Besetzer eines amerikanischen Jumbo-Jets mit fast 400 Menschen an Bord beginnen zu schießen, als am Abend plötzlich die Bordbeleuchtung ausfällt. Daraufhin stürmt eine Eliteeinheit die Maschine: Mindestens 17 Tote und 150 Verletzte.

24. November 1985 in Valletta (Malta): Etwa 60 der 98 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie 4 der 5 ägyptischen Hijacker sterben, als eine ägyptische Eliteeinheit auf der Mittelmeerinsel eine Boeing der Egypt Air stürmt.

25. November 1979 in Mekka (Saudi-Arabien): Unter Einsatz von Tränengas und Rauchbomben stürmen Sicherheitskräfte die Haram-Moschee, wo sich 250 religiöse Extremisten mit 200 Geiseln verschanzt haben. Bilanz: mehr als 160 Tote, darunter 75 Besetzer, 60 Soldaten und 26 Pilger.

19. Februar 1978 in Nikosia (Zypern): Als zyprische Nationalgardisten gegen eine Aktion ägyptischer Soldaten zur Befreiung von Flugzeuggeiseln einschreiten, kommt es zu einem Blutbad. 15 Ägypter werden erschossen. Angeblich war Zypern nicht informiert worden.

4. Juli 1976 in Entebbe (Uganda): In einem waghalsigen Unternehmen fern der Heimat befreit ein israelisches Kommando die Insassen eines französischen Airbus. Unter den 31 Toten sind die 7 "Volksfront"- Terroristen, 20 ugandische Soldaten, 3 der etwa 100 Insassen und ein Mann des Kommandos.

5. September 1972 in Fürstenfeldbruck bei München: Der Versuch der Polizei, israelische Olympia-Sportler aus den Händen palästinensischer Extremisten zu befreien, endet auf dem Flugplatz in einem nächtlichen Desaster mit insgesamt 15 Toten, darunter alle 9 Israelis und 5 der 8 Terroristen. (APA/dpa)

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