Barajew: Geiselnahme auf Befehl von Rebellenchef Bassajew

26. Oktober 2002, 16:12
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TV-Sender NTW zeigte Interview erst nach Ende von Geiselnahme

Moskau - Die Geiselnehmer in Moskau haben nach Angaben ihres am Samstag getöteten Anführers angeblich auf Befehl des tschetschenischen Kriegsherren Schamil Bassajew gehandelt. Entsprechende Aussagen machte der Anführer des Moskauer Geiselkommandos, Mowsar Barajew, in einem Interview, das der russische Fernsehsender NTW erst am Samstag ausstrahlte. "Wir haben auf Anordnung unseres Freundes und obersten Militärchefs Schamil Bassajew gehandelt, den Sie gut kennen", sagte der Anführer der Geiselnehmer, der bei der Erstürmung am Samstagmorgen getötet wurde.

Der Fernsehsender erklärte, das während der Geiselnahme aufgezeichnete Interview sei erst nach deren Beendigung gezeigt worden, weil ansonsten ein Entzug der Sendelizenz durch die Behörden befürchtet worden sei.

Berichte über Tod Bassajews

Der Rebellenchef Schamil Bassajew hatte 1995 im südrussischen Budjonnowsk mit 200 bewaffneten Tschetschenen etwa 1500 Zivilisten als Geiseln genommen. 1991 führte Bassajew ein Kommando zur Entführung einer sowjetischen Tupolew mit 178 Menschen an Bord an. Im Frühjahr 2002 gab es Berichte über seinen angeblichen Tod, die jedoch sowohl von russischer als auch von tschetschenischer Seite dementiert wurden.

Ein weiterer Geiselnehmer sagte in dem Interview mit NTW, die tschetschenischen Rebellen hätten ursprünglich noch weitere Gebäude in Moskau besetzen wollen. "Aber das hat nicht geklappt", sagte der maskierte Geiselnehmer. Sie hätten während ihrer zweimonatigen Vorbereitungen für die Geiselnahme mehrfach Vorführungen des Musicals "Nord-Ost" besucht, fügte der Mann hinzu. (APA)

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