Israel nimmt rund dreißig Palästinenser fest

27. Oktober 2002, 11:08
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"Feindliche Handlungen" seien festgestellet worden - Palästinensischer Junge in Rafah getötet

Jenin - Israelische Soldaten haben am Samstag in Jenin im Westjordanland nach eigenen Angaben etwa dreißig Palästinenser festgenommen. Die Palästinenser seien bei Hausdurchsuchungen wegen "feindlichen Handlungen" festgenommen worden, teilte die Armee mit. Unter ihnen seien sechzehn Personen, nach denen gefahndet worden sei. Von palästinensischer Seite hieß es, vierzehn Personen seien festgenommen worden, darunter drei Ärzte. Bei vereinzelten Gefechten mit israelischen Soldaten seien sechs Palästinenser schwer verletzt worden, sagten Sanitäter. Nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag am Montag hatte die Armee am Freitag einen ihrer größten Einsätze im Westjordanland seit ihrer Groß-Offensive im April begonnen.

Israels Verteidigungsminister Binjamin Ben-Elieser hatte zu dem jüngsten Einsatz gesagt, Jenin sei "die Hauptstadt des Terrors geworden". Wenn er von Selbstmordattentätern spreche, dann kämen sie aus Jenin.

Palästinensischer Junge in Rafah getötet

Bei einem israelischen Vorstoß in Rafah im Gazastreifen ist am späten Samstagabend ein palästinensischer Junge getötet worden. Nach Angaben von Augenzeugen war das israelische Militär in die Stadt vorgerückt. Israelische Soldaten hätten in Rafah um sich geschossen. Vier weitere Personen wurden verletzt. Eine israelische Bestätigung des Vorstoßes lag zunächst nicht vor. Der 13-jährige Palästinenser wurde am Kopf getroffen. Er erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

"Verbrechen gegen unser Volk"

Der palästinensische Präsident Yasser Arafat sprach von einer "Fortsetzung der Verbrechen der israelischen Soldaten und Siedler gegen unser Volk". In Hebron zogen sich die israelischen Truppen unterdessen teilweise aus dem palästinensischen Teil der Stadt zurück, wie die Streitkräfte mitteilten.

Israel hatte nach dem Selbstmordanschlag im Norden des Landes zunächst auf eine militärische Vergeltung verzichtet - mit Rücksicht auf die Nahostmission des stellvertretenden US-Außenministers William Burns. Im Mittelpunkt von Burns Gesprächen mit Israelis und Palästinenser in dieser Woche stand ein neuer Friedensplan der USA, der auch von der EU, Russland und den Vereinten Nationen unterstützt wird. Beide Konfliktparteien haben Vorbehalte gegen den Dreistufenplan angemeldet, der bis Ende 2003 einen provisorischen palästinensischen Staat vorsieht. (APA/Reuters)

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