Nordirland: Republikaner lehnen Auflösung der IRA offiziell ab

26. Oktober 2002, 15:05
posten

"Niemals auf Ultimaten reagieren"

London - Die nordirische Republikanerpartei Sinn Fein hat am Samstag offiziell die Auflösung der Untergrundorganisation IRA abgelehnt, als deren politischer Arm sie gilt. Sinn-Fein-Präsident Gerry Adams sagte vor Parteimitgliedern im Grenzort Monaghan: "Die IRA wird niemals auf Ultimaten der britischen Regierung oder der Protestanten reagieren." Sowohl der britische Premierminister Tony Blair als auch der protestantische Chef der Regionalregierung Nordirlands, David Trimble, haben eine Auflösung der IRA zur Bedingung für die Fortsetzung des 1998 eingeleiteten Friedensprozesses gemacht.

Die Regierung und das Regionalparlament sind von der britischen Regierung suspendiert worden, nachdem bekannt geworden war, dass die Republikaner das britische Nordirland-Ministerium ausspioniert hatten. Wichtige Unterlagen sollen fortgeschafft worden seien, um sie der IRA geben zu können.

Adams räumte ein, die "angeblichen IRA-Aktivitäten" hätten den Gegnern des Friedensprozesses in die Hände gespielt. Seiner Ansicht nach ist die IRA jedoch wegen des erklärten Waffenstillstandes "nicht mehr Teil des Szenarios". Er könne sich nicht vorstellen, dass die IRA einer Auflösung zustimme. (APA/dpa)

Share if you care.