Deutsche Metaller wollen 35-Stunden-Woche in allen Branchen

26. Oktober 2002, 14:43
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Gewerkschaft fordert Umverteilung wegen der hohen Arbeitslosigkeit

Mannheim - Die deutsche Metallergewerkschaft (IG Metall) will die 35-Stunden-Woche in allen von ihr vertretenen Branchen verwirklichen. "Wir wollen die 35- Stunden-Woche als tarifpolitischen Standard verankern, überall", sagte IG-Metall-Vize Jürgen Peters am Samstag bei einer Arbeitszeitkonferenz der Gewerkschaft in Mannheim. Auf Dauer könne die IG Metall angesichts der hohen Arbeitslosigkeit aber nicht auf weitere Verkürzungen zur Umverteilung von Arbeit verzichten.

Als kurzfristiges Ziel nannte Peters die stufenweise Angleichung der Arbeitszeit in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie. "Ein solches Projekt muss in eine mobilisierungs- und durchsetzungsfähige Tarifforderung münden, die im Zweifelsfall auch im Konflikt durchgesetzt werden kann." Die Angleichung der Arbeitszeit im Osten müsse aber im Osten durchgesetzt werden. Über die richtige Strategie würden die Tarifkommissionen und der Vorstand zeitnah entscheiden. Die IG Metall werde die große Hürde gemeinsam nehmen.

Parallel dazu will die IG Metall in Ost und West über die Arbeitszeitgestaltung verhandeln. "Wir müssen regulieren und gleichzeitig bewältigbare Spielräume für betriebliche Regelungen ermöglichen", sagte der IG-Metall-Vize. Wo die Arbeitszeit zu Lasten der Betroffenen und zu Lasten der Arbeitslosen ins Unermessliche ausgedehnt werde, sage die IG Metall Nein. Vielmehr müssten die tatsächlichen Arbeitszeiten wieder den tariflichen angenähert werden. "Arbeitszeit muss erfasst, Arbeitszeit muss vergütet werden, sie muss planbar sein und vom einzelnen beeinflussbar", forderte Peters. (APA/dpa)

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