Notarzt: Geiseln erstickten an Kampfgas

27. Oktober 2002, 14:35
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Polizei setzte bei Sturm auf Theater Betäubungsgas ein

Moskau - Die russischen Spezialeinheiten haben ihre Aktion zur Geiselbefreiung in Moskau offenbar mit einem unbekannten Kampfgas vorbereitet. Viele Geiseln wie auch ein Teil der Terroristen seien "eingeschlafen", sagte eine informierte Quelle am Tatort der dpa am Samstag. Sie hätten das Eindringen der Sondereinheiten in das Theater zunächst nicht bemerkt. Wenigstens eine Geisel soll diesen Angaben nach das Gas gespürt und sich daraufhin mit einem Tuch vor dem Mund selbst aus dem Gebäude gerettet haben.

Mehrere Geiseln an Gas erstickt

Bei der Befreiungsaktion in dem seit Mittwoch belagerten Moskauer Theater sind nach verschiedenen Angaben bis zu 30 Geiseln getötet worden. Nach Angaben eines Notarztes erstickten mehrere Geiseln an dem Gas, das die russischen Einsatzkräfte bei ihrem Sturm auf das Theater offenbar verwendet hatten. Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums sagte, viele Menschen seien ohnmächtig auf die Straße gebracht worden. Zahlreiche andere hätten unter Schock gestanden. Die Moskauer Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.

Die meisten der etwa 40 bewaffneten tschetschenischen Rebellen sind indes bei der Erstürmung des Gebäudes getötet worden. "Die Terroristen, inklusive der Frauen, die sich Sprengsätze um den Körper gebunden hatten, sind nicht mehr am Leben", sagte der stellvertretende russische Innenminister Wladimir Wasiljew am Samstag dem russischen Fernsehsender NTV. Auch der Chef der Geiselnehmer, Mowsar Barajew, sei getötet worden. "Barajew ist tot, das ist sicher." (APA/dpa)

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    Viele Geiseln sollen die Erstürmung des Gebäudes "verschlafen" haben

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