Verschnaufpause nach Kurserholung

25. Oktober 2002, 18:25
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Kurzfristig soll die Erholung an den Weltbörsen nach Meinung von Analysten weitergehen - Für einen nachhaltigen Aufschwung fehlt jedoch die "Triebfeder"

Schwache Woche an Weltbörsen unterbricht jüngste Kurserholung Experten erwarten freundliche Grundtendenz während Berichtssaison - RZB rechnet dann aber mit Korrektur

Wien - Eine Verschnaufpause eingelegt haben die Weltbörsen nach dem fulminanten Anstieg der letzten Wochen. Zu Wochenbeginn sorgte der erfreuliche Verlauf der US-Berichtssaison zum dritten Quartal noch für gute Stimmung bevor am Dienstag eine heftige Korrektur eingeleitet wurde. Negative Unternehmensmeldungen von ABB und Texas Instruments drückten auf die Indizes. Experten rechnen dennoch damit, dass der jüngste Anstieg der Börsen vorerst weitergeht.

Positive Überraschungen

"Die Märkte werden sich kurzfreitig weiter erholen", sagt Helge Rechberger von der Raiffeisen Zentralbank (RZB), für die nächsten ein bis zwei Wochen sei mit einer "gewissen Stärke" der Aktienmärkte zu rechnen. Die Analysten hätten ihre Ertragserwartungen im Jahresverlauf so stark zurückgeschraubt, dass es bei der laufenden Berichtssaison zu positiven Überraschungen komme. Allerdings werde sich der Fokus von den USA nach Europa verlagern, wo die Berichtssaison in der kommenden Woche "erst richtig losgeht".

Nachhaltiger Aufschwung fraglich

Nach der Ertragssaison erwartet Rechberger eine Korrektur der Aktienmärkte: "Es geht aber sicher nicht nur in eine Richtung nach oben". Für einen nachhaltigen Börsenaufschwung fehle die Triebfeder, welche die Kurse weiter beflügeln könne. Eine Test der alten Tiefstände hält der RZB-Experte im Rahmen der erwarteten Korrektur für durchaus möglich.

Freundliches Börsenwetter

Auch die Erste Bank prognostiziert vorerst freundliches Börsenwetter: Das Rückschlagspotenzial sei gering, da grundsätzlich mit dem Anhalten des positiven Trends der Quartalsergebnisse zu rechnen sei. Wegen des starken Anstiegs der letzten drei Wochen erwarten die Erste Bank-Analysten eine seitwärts gerichtete Tendenz. Charttechnisch sieht die Erste Bank die US-Börsen weiter im Aufwind, während in Deutschland mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen sei.

Wenig erfreuliche Wochenbilanz

Unterm Strich bleibt eine wenig erfreuliche Wochenbilanz: Der DAX verliert bis 17:30 Uhr MESZ 2,4 Prozent auf 3.087 Punkte, der Eurostoxx-50 sinkt um 2,9 Prozent auf 2.454 Einheiten. Als weniger glatt erweist sich das New Yorker Börsenparkett, der Dow Jones ermäßigt sich auf Wochensicht bloß um 0,2 Prozent auf 8.309 Zähler. Kräftig abwärts geht es hingegen in Tokio, wo der Nikkei-225 um 3,9 Prozent auf 8.726 Punkte einbricht.

Sicherer Hafen Wien

Die Wiener BörseIn hat sich in einem labilen Umfeld einmal mehr als ruhiger und sicherer Hafen erwiesen. Im Wochenverlauf konnte sich der ATX, der Index der wichtigsten österreichischen Aktien, nach seinem 3,5-prozentigen Erholungs-Run in der Vorwoche bei 1.049,91 Punkten stabilisieren. Kräftig zugelegt haben vor allem AUA, VA Tech und Flughafen Wien. Am stärksten nach unten ging es dagegen mit Palfinger, voestalpine und BWT. Für die kommende Woche rechnen die Analysten der Erste Bank - mangels relevanter Unternehmenstermine - wegen charttechnischer Konstellationen mit einer weiteren Seitwärtsbewegung über 1.050 Punkten. (APA)

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    Kurzfristig sollte das Börsenwetter freundlich bleiben. Danach droht neuerlich eine Korrektur, meinen Analysten.

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