Die Big-Brother-Awards 2002

25. Oktober 2002, 17:00
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Am Nationalfeiertag werden im Wiener Flex wieder die Anti-Preise für Jene vergeben, die sich während der grassierenden Überwachungshysterie seit dem 11. 9. 2001 besonders hervorgetan haben

Am österreichischen Nationalfeiertag werden im Donaukanal-Lokal Flex die heimischen Big Brother Awards 2002 vergeben. MIt diesem Negativ-Preis sollen Personen und Institutionen ausgezeichnet werden, die die sich während der grassierenden Überwachungshysterie seit dem 11. 9. 2001 besonders hervorgetan haben.

Die Nominierten

In Österreich sind heuer für den "Oscar der Datenschnüffler" folgende Personen und Institutiionen nominiert:

  • Business & Finanzen

    Nominiert:

  • Werico (Websites Right Control GmbH), das Unternehmen bedient sich Internetrotokolldaten zur Durchsetzung ihrer Rechte. Internet-User werden damit abgemahnt und eingeschüchtert.

  • Microsoft ist ebenfalls nominiert. Mit dem zukünftigen Produkt Palladium werden Softwarekäufer zu abhängigen Dauerschuldnern, die nicht mehr frei über die Nutzung einmal gekaufter Produkte entscheiden können, so die Vorwürfe der Veranstalter.

  • Politik

    Nominiert:

  • Innenminister Ernst Strasser weil dank seines Einsatzes nun die Überwachungsspezialisten des Heeres-Nachrichten-Amtes (HNA) vom Innenministerium die Zivilbevölkerung intensiver kontrollieren können.

  • Sozialminister Herbert Haupt kann dank seines zu großen Interesses an den Krankenständen der Angestellten der Pensionsversicherungsanstalt mit einer Auszeichnung rechen.

  • Behörden & Verwaltung

    Nominiert:

  • Gleich drei Vertreter des Justizministeriums und Innenministeriums, die sich vehement für die vorbeugende Speicherung von Telekom-Daten eingesetzt hatten. Dabei wurde aber nie erklärt welche Delikte man eigentlich verhindern wolle. Auch der Vorsitzende des Datenschutzrates, Herbert Haller (FPÖ), könnte einen Big Brother Award überreicht bekommen, weil er die Überwachungs-Wünsche der Ministerien unterstützt hatte.

  • Kommunikation

    Nominiert:

  • Noch einmal Microsoft. Diesmal für die Media Player 8-Software, der die Datenschützer für das Speichern und Weiterversenden von Kundendaten den Preis überreichen will.

  • Der Klagenfurter Richtersenat, der sich im Zuge einer Einbruchsserie flächendeckend die Telefondaten zehntausender unbescholtener Mobiltelefon-User beschafft hat.

  • Lifetime Achievement

    Nominiert:

  • Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) ist für den Oscar für ihr Lebenswerk nominiert. Die Gründe dafür liegen in ihrer "Lust auf die Speicherung von Schülerdaten" und dem "Werben für Biometrie an Schulen".

  • Harte Konkurrenz gibt es in diesem Jahr durch das erkennungsdienstliche Informationssystem EKIS 0.1. Das System existiert nu bereits 30 Jahre und sammelt fleissig Daten.

    Für den Publikums-Award können Internet-User auf der Webseite über ihren Favoriten abstimmen. Eine gute Begründung und Hintergrundinformationen sollten mitgeliefert werden.(red)

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